Der New Mobility Podcast von auto motor und sport
00:00:00: ,340 [Luca Leicht] Musik] Move, der New Mobility Podcast von Auto, Motor und Sport.
00:00:13: ,360 [Luca Leicht] Hallo und herzlich willkommen zu Move, dem New Mobility Podcast von Auto, Motor und Sport. Mein Name ist Luca Leicht und heute freu ich mich wieder einmal mehr, Gerd Stegmayer, ähm, hier zu begrüßen. Deswegen moin, Gerd.
00:00:23: ,220 [Gerd Stegmaier] Hi, ich freu mich auch vor allem auf unser heutiges Thema, das du ja gleich erläutern wirst.
00:00:28: ,860 [Luca Leicht] Ja, das, das wird 'n bisschen, ähm, anders vielleicht als sonst, aber mal so grundsätzlich das, das Thema: 'N Elektroauto, 'ne Wallbox, 'ne PV-Anlage und dann vielleicht sogar noch 'n Heimspeicher und 'n dynamischer Stromtarif. Das passt doch eigentlich alles perfekt zusammen. Das ist quasi das Geheimrezept für die Energiewende. Ähm, das Problem ist nur, dass dieses Rezept meistens gar nicht so gut schmeckt, wenn man's dann versucht umzusetzen, anzuwenden oder auch zu verspeisen. Denn ganz viele Solaranlagen, Wallboxen, Heimspeicher, E-Autos, die haben meistens irgendwie so 'ne Art Kommunikationsproblem, ähm, denn der eine Hersteller spricht nicht mit dem anderen. Das eine System funktioniert nur mit seinem eigenen Ökosystem und, ähm, wenn dann noch 'n Auto da ist und das am besten nur dann oder vor allem dann geladen werden soll, wenn die Sonne scheint, dann wird's alles super kompliziert und im schlimmsten Fall funktioniert's einfach nicht. Und genau an dieser Stelle setzt, ähm, EVCC ein. Das ist 'n Open-Source-Software-Projekt, das versucht, alle Geräte miteinander kommunizieren zu lassen, zu verbinden und dann daraus 'n intelligentes Energiemanagement zu machen. Und wie das funktioniert, ob man dafür jetzt basteln muss, weil ja Open Source das Wort gefallen ist, also diese Phrase, ähm, und ob sich's dann lohnt und vor allem für wen, das wollen wir heute klären, ähm, mit einem der Macher letztendlich. Wir haben Michael Geers hier. Er ist im EVCC oder EVCC, wie man das genau ausspricht, darf er gleich selber noch mal erklären, ähm, im Core-Team und, ähm, nimmt uns heute mit in diese Open-Source-Welt, in diese Bastelwelt. Und ich hoff, ihr lernt sehr viel. Ich freu mich schon riesig und Gerd ist, glaub ich, in erwartungsvoller Habachtstellung.
00:01:59: ,260 [Gerd Stegmaier] Jawohl, so ist es.
00:02:01: ,680 [Luca Leicht] Aber, ähm, kommen wir zu dir, Michael. Schön, dass du dir die Zeit genommen hast. Kannst du dich vielleicht zu Beginn einmal kurz selber vorstellen? Wer bist du? Was hast du bisher gemacht?
00:02:08: ,800 [Michael Geers] Ja, ja, kann ich machen. Äh, erstmal, äh, hallo ihr beiden und danke, danke für die Einladung. Ähm, genau, ich bin Michael. Ich, ähm, ich hab irgendwann mal, so Anfang, äh, der 2000er oder so, äh, Informatik studiert. Äh, das heißt, ich bin irgendwie Informatiker und, äh,
00:02:24: ,040 [Michael Geers] hab in den letzten Jahren ganz viel im Softwareentwicklungsbereich gearbeitet, primär im E-Commerce und, äh, fahr jetzt seit sechs Jahren elektrisch privat, ähm, und bin auf genau das Problem gestoßen, als ich mir dann damals das Auto und 'ne Wallbox gekauft habe. Haus und PV-Anlage hatten wir zu dem Zeitpunkt schon, ähm, und hatte genau das Problem mit, dass das irgendwie alles gar nicht so zusammenspielte, wie ich gedacht hatte, dass es einfach so zusammenspielen kann. Und, ähm, bin dann da vor sechs Jahren auf ein damals auch sehr, sehr kleines Open-Source-Projekt gestoßen. Ähm, EVCC nennen wir das, aber du kannst es auch Englisch aussprechen. Das, das geht beides. Wir sind da nicht picky. Ähm, genau, darauf bin ich gestoßen und bin da dann mehr oder weniger reingesogen worden. Äh, so erst, erst als, äh, als Freizeitprojekt, so am Wochenende und abends und wie auch immer. Und, äh, inzwischen hat sich das zu, ähm, äh, schickt es sich grade an, mein, mein Dayjob quasi zu werden, ähm, was, was sehr schön ist. Also es ist sehr gewachsen über die letzten Jahre.
00:03:19: ,680 [Luca Leicht] Du sagst, es schickt sich an, dein Dayjob zu werden. Das heißt, du, du hast grade gekündigt, deinen normalen Job und machst jetzt nur noch das?
00:03:27: ,480 [Michael Geers] Ja, mehr oder weniger. Genau. Genau.
00:03:30: ,560 [Luca Leicht] Okay, krass. Ähm, wie, wie ist das passiert? Bist du selber so ein Solarfetischist geworden, der alles nur noch so machen will? Oder wie kommt es dazu? Und Open Source klingt immer nach, man kann kein Geld verdienen. Ähm, wie macht man kein Geld verdienen als Hauptberuf?
00:03:46: ,120 [Michael Geers] Ja, ja genau. Es ist ein bisschen ein-- In der Tat ist es ein bisschen ein Spagat. Also Open Source, äh,
00:03:51: ,240 [Michael Geers] und also oft, da hängt ja ganz viel dran, ne. Da hängt auch 'n bisschen, äh, so'n bisschen ein Weltbild dran, also offene Daten, offene Schnittstellen, äh, irgendwie die, die Dinge auch selber kontrollieren und besitzen zu können, wenn man das denn unbedingt möchte oder einfach nur unabhängig zu sein von, von Firmen und deren Entscheidungen. Ähm, und das Thema beschäftigt mich, glaub ich, schon seit, seitdem ich irgendwie mich mit Software auseinandersetze im Studium und so, ne, in Dinge reingucken können. Also total spannend. Ähm, genau. Und jetzt bei, bei EVCC, ähm, unser Ziel ist halt, war halt 'ne Lösung zu schaffen, äh, mit der man dieses PV-Überschussladen-Ding gut abbilden kann. Ähm, haben halt festgestellt, es interessiert ganz viele Leute. Ähm, und genau, wir haben, ähm, so'n bisschen den Spagat probiert und gesagt: „Okay, wir wollen, dass das 'ne coole Lösung ist, 'ne einfache Lösung.“ Wir kommen gleich noch mal drauf, wie wir das auch einrichten und wie, was man eigentlich braucht, um an den Start zu kommen. Aber um das wirklich rund zu machen, erfordert das einfach unglaublich viel Arbeit, ähm, und genau, Gerätesupport und wie auch immer. Deswegen war für mich irgendwann klar, okay, wir müssen da irgendwie 'nen, 'nen Unterstützungsmodell, also irgend 'ne Art finden, wie das was sein kann, von dem man dann auch irgendwie seine eigene Arbeitskraft bezahlen kann, dass nicht nur irgendwie nachts oder am Wochenende oder so was passieren muss. Ähm, genau. Das heißt, wir haben 'n Sponsoring-Modell eingeführt relativ früh, ähm, mit dem wir, äh, mit, ja genau, über das uns Leute halt Geld geben, äh, damit wir halt weiter an dem Projekt arbeiten können und es trotzdem so offen wie möglich halten.
00:05:11: ,520 [Luca Leicht] Aber Geld geben müssen oder wollen? Oder ist es so 'ne Patreon-Nummer, wie wir uns auch für unseren Podcast hier haben? Also wir sind an der Stelle gern gefragt: Wollt ihr mehr davon? W-wie steht denn unsere Zuschauer und Zuhörer zu solchen, äh, Patreon-Modellen und derlei Dingen, dass man supportet, was man mag?
00:05:28: ,744 [Michael Geers] Genau, ein bisschen ist das dieser Spirit, ne. Ähm, also zu sagen, äh, das ist eigentlich 'ne coole Nummer und ich will gerne, dass, dass, dass das weitergeht und dass da mehr von passiert. Ähm ... Ganz am Anfang war das so, dass wir einfach so'n Spendenbutton quasi auf der Seite hatten, ähm, über, über GitHub, wo der ganze Code lebt. Äh, und wir haben es dann irgendwann ein bisschen, ähm, stärker incentiviert, äh, oder enforced, wie auch immer man das sagen kann, und haben halt gesagt: „Okay, ähm, du kannst das hier irgendwie ausprobieren und machen. Du kannst auch den Code runterladen und da selber Dinge mit tun. Da, äh, wir wollen halt, dass es offen ist, aber wenn du, ähm ...“ Wir haben's dann an Wallboxen ge-gekoppelt. „Wenn du bestimmte Wallboxen besitzt, dann, äh, erfordern wir von dir, dass du das Projekt in irgendeiner Art unterstützt.“ Der, der einfachste Weg ist, du gibst uns Geld, also entweder 'n kleinen Betrag monatlich oder 'n Einmalbetrag. Viele Leute haben auch gesagt: „Ja, ich würd's gern unterstützen, aber ich hab total keinen Bock auf Abos und ich will bitte, dass das danach meins ist.“ Ähm, das haben wir auch, äh, dass du uns halt einmal 'n größeren Betrag geben kannst und fertig. Ähm, genau. Äh, oder du arbeitest halt mit. Das ist das Allerliebste, ne. Also es gibt Leute, die kommen rein und sagen: „Keine Ahnung, ich, ich kann wohl irgendwie Doku schreiben“, oder „Ich kann hier, äh, ich hab voll den Wechselrichter, den habt ihr gar nicht. Da kann ich Dinge testen und so.“ Ähm, genau, das qualifiziert aus unserer Sicht dann auch, dass wir sagen: „Jo, dann bist du, äh, auf jeden Fall Sponsor des Projekts, ähm, als, als Mitarbeiter, als Contributor, quasi.“ Und genau, wir haben inzwischen, ich glaub, über 400 Leute – ich hab die Zahlen gar nicht genau gecheckt im Vorfeld – aber, also über 400 Leute, die halt schon irgendeine Art von Codebeitrag zum Projekt beigetragen haben, was, äh, 'ne sehr coole Nummer ist.
00:06:52: ,464 [Luca Leicht] Das find ich cool, ja.
00:06:54: ,724 [Gerd Stegmaier] Ähm, jetzt haben wir ganz viel gehört, Projekt und viel Arbeit steckt drin und Open Source und jeder kann mittun und vielleicht auch was dazugeben. Aber was ist eigentlich das Produkt?
00:07:03: ,824 [Michael Geers] Ja,
00:07:04: ,024 [Michael Geers] genau. Was ist das Produkt? Also wa..., ähm, ich kann mal erzählen, wie's damals angefangen hat und dann geh ich von da aus ein paar Schritte weiter mit, wo wir jetzt grade stehen.
00:07:12: ,484 [Luca Leicht] Gerne, ja.
00:07:12: ,844 [Michael Geers] Ähm, es hat damals genau mit dem Use Case angefangen, den du gesagt hast. Also ich, ich hatte irgendwie Haus-PV-Anlage oder hab ich auch immer noch, ähm, und, äh, irgendwie 'ne Wallbox und 'n Auto und, äh, möchte eigentlich, dass das Auto dann lädt, wenn die Sonne scheint, ne. Ähm, das ist so der, der allereinfachste Anwendungsfall. Ähm, und was EVCC macht, ähm, es ist 'n Stück Software, das kann man sich irgendwie runterladen und bei sich zu Hause auf einen kleinen Computer machen. Ähm, der läuft dann die ganze Zeit im eigenen Netz und der guckt, ähm, ist grade Überschuss da, ähm, und der guckt nicht nur, scheint die Sonne, sondern auch, keine Ahnung, wenn jemand Wäsche wäscht oder, ähm, den Herd benutzt oder was auch immer. Also wirklich, er guckt, ob Überschuss da ist, äh, der noch fürs Auto verwendet werden kann. Und wenn genug da ist, dann schalten wir die Wallbox an und sagen: „Okay, Wallbox, du darfst dem Auto jetzt sagen, äh, dass es anfangen kann zu laden.“ Das heißt, de facto sind wir gestartet halt als 'ne, 'ne Wallbox-Steuerungssoftware. Das ist dann über die Zeit ein bisschen gewachsen. Ähm, dann kam irgendwann Hausspeicher dazu, erst mal nur so als, ja, der ist auch irgendwie da. Äh, man muss dann überlegen, soll das ha..., die Energie zuerst von der, äh, vom Dach zuerst in den Speicher oder zuerst ins Auto? Das waren so die einfachen Use Cases. Aber moderne Speicher sind auch steuerbar. Das heißt, wir können auch so was machen wie, äh, wir halten den Speicher kurz an, weil wir sagen: „Nee, wir wollen jetzt, äh, wenn wir schnell das Auto laden, nicht auch noch den Speicher mit leer saugen oder so, weil der soll irgendwie noch Energie für die Nacht über behalten.“ Ähm, dynamische Strompreise hast du eben schon genannt. Wir können auch Anwendungsfälle machen wie: „Okay, äh, jetzt im Winter oder so kommt wenig vom Dach. Es gibt aber nachts günstige Stunden. Wir machen einfach mal den Hausspeicher automatisch, äh, zu bestimmten Zeitfenstern voll, sodass man das Haus dann den Tag über aus dem, aus dem Speicher leben kann und nicht dann zu teuren Stunden wieder aus dem Netz nachziehen muss.“ Solche Use Cases sind dann über die Zeit, ähm, dazugekommen. Seit ein, zwei Jahren unterstützen wir auch noch Wärmepumpen. Das heißt, das ist auch noch mal 'n Anwendungsfall, ne, das, also vor allem in Kombination mit Strompreisen, aber auch 'n bisschen im Zusammenhang mit Solar, äh, wo wir halt der Wärmepumpe auch 'n Signal geben können und sagen können: „Hier, falls du noch Wärmebedarf hast, jetzt wär 'n total guter Zeitpunkt. Auto ist nicht da, Überschuss ist da. Ähm, mach mal, äh, das, dass du lieber jetzt als in drei Stunden, wenn der Strom irgendwie teuer ist.“ Oder, äh, muss gar nicht nur teuer sein. Wenn der Strom im Netz ... Wir können auch irgendwie, äh, CO₂-Signale, äh, verarbeiten, ne, dass wir sehen, wann ist der Strom am grünsten, quasi. Jetzt, wenn ich 'n konstanten Stromtarif hab, macht das halt 'n Unterschied, äh, also aus einer reinen CO₂-Sicht, ähm, ob ich den Strom dann ziehe, wenn alle anderen den ziehen und danach irgendwie Gaskraftwerke oder Kohlekraftwerke oder was auch immer am Netz sind, ähm, oder wenn ich das mache zu Zeiten, wo eher 'n Überschuss da ist. Ähm, da hab ich zwar keinen finanziellen Vorteil von, aber es ist trotzdem etwas, was dann sich positiv auf das ganze System auswirkt.
00:09:42: ,084 [Gerd Stegmaier] Mhm. Also, ähm, das heißt, es gibt 'ne schlaue Software, die all die Parameter berücksichtigt, wo jetzt grade viel Strom da ist, welcher billig ist und ob er von der Sonne kommt. Aber irgendwie braucht der ja dann auch noch 'n Stück Hardware, das in euer Stromnetz reingucken kann und das auch, ähm, quasi im WLAN hängt oder im Netzwerk, ähm, damit das überhaupt auf die anderen Sachen zugreifen kann, oder?
00:10:11: ,424 [Michael Geers] Genau, genau. Ich hatte eben schon gesagt, das läuft dann irgendwie zu Hause, ne, ohne da konkret zu werden. Ähm, da gibt's unterschiedliche Anwendungsfälle. Also e..., w-wie an sich läuft die Software auf allem Möglichen, was man irgendwie da hat. Aber, äh, der klassische Fall ist, wenn jemand sagt: „Ich bin neu mit dem Thema und, äh, was muss ich denn da machen?“, empfehlen wir Ihnen, ich hab jetzt, äh, keine Ahnung, so, so'n Raspberry Pi. Äh, das ist so'n Mini-Computer, den kann man sich, äh ... Die waren mal günstig. Jetzt grade ist Hardware generell eher teuer geworden, leider. Ähm, aber egal, der ist also trotzdem noch, äh, k-kaufbar, quasi. Also man kauft sich so'n Raspberry Pi. Wir haben 'ne Anleitung, wie man sich dann, äh, ähm, unsere Software runterlädt, auf 'ne SD-Karte drauf kopiert, ähm, und dann kriegt man so'n Installationsassistent, wo man dann, äh, im Browser das Ganze einrichten kann oder über 'ne App einrichten kann. Wir haben da beide Wege. Ähm, und genau, da wird man dann halt gefragt: „Wo krieg ich eigentlich im Haus her, ähm, wo jetzt die, die PV-Daten, PV-Produktionsdaten, ähm,
00:11:09: ,104 [Michael Geers] w-welches Gerät die quasi hat, ne?“ Also in der Regel ist das so, bei modernen PV-Installationen oder Speicherinstallationen, ähm, sind halt alle Komponenten auch mit dem Netzwerk verbunden. Ähm, das heißt, ich kann im lokalen Netzwerk suchen und gucken: Okay, sind hier, äh, PV-Wechselrichter oder Batteriewechselrichter? Ähm, und, ähm, genau, dann kann ich die halt-- Also muss ich die natürlich einrichten als, als Endnutzer, äh, damit wir, also die Software halt weiß, ähm, was ist grade da und was, was sind die Daten? Genau, das-- Die spannenden Punkte sind einmal der, die Netzzählerdaten, die meisten Speichersysteme, also wenn ich 'n Hausspeicher habe, dann kann der Wechselrichter, weiß der auch, ähm, was mein Hausanschluss grade tut, ob der grade Strom kauft oder Strom verkauft. Ähm, ist der in der Regel gleich mit eingebaut oder Teil des Installationspakets, was da sowieso der Elektriker dir da hinstellt. Genau, da interessiert uns halt, was der Speicher macht und was das, was das PV-System macht.
00:11:57: ,216 [Gerd Stegmaier] Können die einzelnen Komponenten-
00:12:00: ,316 [Luca Leicht] Bevor wir jetzt in die Komponenten gehen, hab ich noch eine, eine, äh, Frage davor. Du sagst, die reden alle schon. Also die ha-- Und ich hab auch ja eingeleitet mit, es gibt so'n Kommunikationsproblem.
00:12:10: ,896 [Luca Leicht] Wieso reden die nicht miteinander und wieso braucht's euch als Man in the Middle? Wies..., also wa-was ist da die eigentliche Fragestellung dahinter? Und-
00:12:21: ,576 [Michael Geers] Ja.
00:12:21: ,976 [Luca Leicht] ... wi-wieso gibt's das nicht?
00:12:22: ,816 [Michael Geers] lacht]
00:12:24: ,256 [Luca Leicht] Oder was, was-
00:12:25: ,036 [Michael Geers] Ja.
00:12:27: ,796 [Luca Leicht] Ja, und wa-was ist das, was, was ihr da dann tatsächlich macht oder die Software macht von euch?
00:12:32: ,396 [Michael Geers] Ja, also, ähm, äh, natürlich gibt es auch andere Lösungen, die genau so was machen, ne, PV-Überschuss und so. Ähm, und da, da gibt's unterschiedliche Klassen, würd ich mal sagen. Also der, der Klassiker, wenn du den, äh, 'ne, 'n PV-System kaufst, äh, von irgendnem Hersteller, dann hat der Hersteller meistens auch 'ne eigene Wallbox im Angebot. Ähm, und dann hat er auch irgendwie noch 'ne App und so. Und, ähm, ab und an haben die auch noch 'n eigenes Energiemanagementsystem, noch irgendwie 'n eigenes Kästchen, was man sich da mit reinschrauben kann. Ähm, ah, die Systeme sind aber meistens so, dass sie nur untereinander kommunizieren. Das heißt, der Wechselrichter oder dieses Energiesystem von dem Wechselrichterhersteller kann mit der eigenen Wallbox sprechen und kann auch mit dem eigenen Speicher sprechen. Ab und an, wenn die fancy sind, können die noch so ein, zwei ausgewählte andere Modelle, weil sie da irgend'ne Partnerschaft oder so was haben. Ähm, aber in der Regel ist das nicht so, dass da eine breite Kompatibilität zwischen den ganzen Geräten ist. Das liegt auch daran-- Also es gibt ein paar Standards, äh, die diese Wechselrichter und Wallboxen und so, wobei bei Wallboxen, ja doch, auch da gibt es ein paar Standards, ähm, die, die sprechen können, aber das, was im Feld passiert, ist extrem gemischt. Also dann kommt auch mal 'ne Sonderfunktion raus und dann ist sie nicht im Standard, dann bauen Leute halt da, da irgendwas selber. Also, ähm, genau. Also es gibt, gibt jetzt kein universelles Ding, wo ich sagen würde: „Jo, mit, mit dem Ding kannst du irgendwie alle Geräte in deinem Haushalt steuern.“ Ähm, genau, deswegen ist 'n großer Teil unserer Software, sind halt wirklich-- Wir haben so 'ne Gerätedatenbank, ne. Also wir haben 'ne unglaublich lange Liste. Wenn ihr auf der Webseite guckt, kann man ganz, ganz lange scrollen durch alle Herstellernamen [lacht] quasi. Und dann kann man da auch reingucken und reinklicken. Und hinter jedem von den Dingern steht in der Regel, äh, halt 'ne Implementierung, wo wir genau wissen, wie sprechen wir damit ab. Und dann ist das nur 'n Mapping, so nach dem Motto: Ah ja, über dieses Protokoll musst du irgendwie an dieses Register gucken. Da steht dann der aktuelle Speicherzustand drin und hier sieht man, ob das, der Akku grade entlädt oder ob der Akku grade nicht entlädt. Ähm, aber selbst das variiert dann teilweise. Da muss noch mal nachkorrigiert werden, weil irgendwelche Werte ungenau sind. Also es gibt extrem viel Anpassungs-, äh, dinge, die wir halt über die Zeit halt, äh, bei uns mit aufgenommen haben für ganz, äh, spezielle Modelle. Oder es gibt irgendwelche Bugs in, in, äh, in, in bestimmten Versionsnummern, wo man dann irgendwie anders mit umgehen muss und so. Also genau, das, das kann man sich im Projekt alles angucken, wenn man da Bock auf die Technik hat, aber das ist das, was wir eigentlich vor dem Nutzer wegkapseln, sodass du da eigentlich nichts mit zu tun hast. Du wählst dein Gerät aus und dann passiert im Hintergrund schon genau das, was wir irgendwie über die Jahre rausgefunden haben oder Leute, die so'n Gerät haben, da irgendwie was gemeldet oder beigetragen haben.
00:14:56: ,436 [Gerd Stegmaier] Und eure Software spricht die einzelnen Komponenten über den Router an oder wo erreicht die Software quasi oder der Raspberry die,
00:15:06: ,396 [Gerd Stegmaier] ähm, die Komponenten?
00:15:09: ,456 [Michael Geers] Genau, das ist der, der einfachste Fall. Am einfachsten und, äh, bei modernen Installationen eigentlich auch der Standardfall, dass, ähm, die Geräte alle lokal im eigenen Netzwerk erreichbar sind, ähm, und der Raspberry oder Computer oder wo auch immer, auf, auf dem das EVCC läuft, äh, dass man dem einfach nur die Adressen, ähm, geben muss der Geräte und dann, oder das vielleicht auch noch mal freischalten muss in dem, in dem Wechselrichter selber, dass man mit dem erst grade reden darf oder so. Ähm, in der Regel ist das so. Ähm, es gibt aber auch Geräte, die halt, äh, über 'ne serielle Schnittstelle, da muss man noch irgendwie so'n Zweidrahtkabel über 'ne, irgend 'nen Adapter oder was auch immer direkt mit dem Gerät verkabeln. Im Zweifelsfall da lieber 'n Elektriker fragen, als, äh, als irgendwas selber ausprobieren. Das, das gibt es vereinzelt, aber es trifft vor allem ältere Geräte. Bei den moderneren Geräten ist eigentlich fast immer Netzwerk da. Was wir auch ab und an haben, im Wärmepumpenbereich kommt das jetzt grade wieder neu, dass die Geräte zwar lokal bei dir im WLAN hängen, aber gar keine lokale Schnittstellen mehr anbieten, sondern nur noch über die Cloud des Herstellers ansprechbar sind.
00:16:07: ,516 [Gerd Stegmaier] Mhm.
00:16:08: ,916 [Michael Geers] Das unterstützen wir auch. Das ist aber eigentlich 'n bisschen Käse, weil, wa..., also w..., uns, also uns erschließt sich nicht so re-- Also doch, wir verstehen, warum Hersteller das machen, ne, weil die, äh, Ökosystem hatten wir eben schon, ne. Das ist natürlich toll, wenn das alles irgendwie durch die App läuft und so, äh, oder wenn man dann ... Teilweise gibt's auch noch Premiumdienste, die der Hersteller anbietet, das dann irgendwie strompreisabhängig zu steuern. Ähm, wie auch immer. Also wir sind immer Freunde davon, wenn's 'ne lokale Schnittstelle gibt, dass wir lokal mit dem Gerät reden können. Es gibt halt Fälle, wo das lokal nicht geht. Ich hab zum Beispiel eine Wallbox von einem, äh, [lacht] sehr modernem norwegischen Hersteller, der-
00:16:40: ,716 [Luca Leicht] Wir dürfen alle Namen nennen bei mir. Alle, das ist kein Problem übrigens.
00:16:43: ,836 [Michael Geers] Wir können Namen nennen, ja, auf jeden Fall. Äh, genau. Also ich hab jetzt zwei Easy-Wallboxen hängen. Ich hatte grade noch was gedacht, okay, da steht Smart drauf und die wirken total wie 'n Start-up und so und total hip und total fancy.
00:16:54: ,616 [Michael Geers] Ist sie auch und die haben auch 'ne gute App und was auch immer, aber sie haben keine lokale Steuerbarkeit der Wallbox. Das heißt, wir müssen immer durch die Cloud gehen. Das führt aber dazu, dass, weil sie ihre Cloud nicht überlasten wollen, wir teilweise veraltete Zählerstände kriegen. Die kommen immer erst mit 'ner Stunde Versatz und so 'n Quatsch. Ähm, [lacht] äh, da, da, ja, wie auch immer. Also, äh, wir haben Geräte, die cloud-only angebunden sind, aber eigentlich empfehlen wir, grade wenn Nutzer sich noch nicht genau wissen, was sie kaufen sollen, nicht solche Geräte zu kaufen, sondern eher darauf zu achten, dass da lokale Unterstützung, äh, lokale Einrichtung quasi möglich ist, weil das einfach, äh, ja, stabiler ist. Auch so was wie, dann ist übers Wochenende mal der Server des Herstellers weg, ne. Das war jetzt bei, bei Easy. Ich hatte da in der Tat ein paar, paar Wochenenden, wo das so war. Das ist halt, ist halt doof, ne. Dann ist deine Wallbox im besten Fall so was wie so 'ne normale Wallbox. Im schlimmsten Fall, das war bei den ersten Ausfällen so, geht die dann halt gar nicht oder friert in dem Zustand ein, in dem sie das letzte Mal war. Und das ist halt, da hast du dein Auto da stehen, deine Wallbox und geht halt nicht, weil der Server nicht mehr da ist, ne. Das ist halt, äh, etwas, [lacht] wo wir sagen, nee, das ist genau der Grund, warum wir die Software bauen und warum man eigentlich möchte, dass das in den eigenen vier Wänden stattfindet.
00:17:57: ,556 [Luca Leicht] Und trotz deiner Exper... Ich bin grad bei Andrew. Trotz deiner Expertise, deinem, deinem ... Deiner tiefen Auseinandersetzung mit diesem Thema hast du die Wallbox noch nicht rausgerissen und dir 'ne andere besorgt, obwohl du weißt, was gegen-
00:18:10: ,536 [Michael Geers] Also ich hab aktuell mehr Wallbox. Also ich, wir ham, wir ham ein Auto und ich hab mehr als eine Wallbox und eine von denen ist auch nicht eine Easy-Wallbox. Äh, ja, a-a-also es is aber mehr, also weniger der, der, der, äh, der Ausfallschutz oder die Angst, sondern eher, eher, dass, äh, hier 'n groß genuges Testfeld haben, um Dinge aus-
00:18:25: ,516 [Luca Leicht] Das ist das Engineering dahinter. Okay, ja, verstehe.
00:18:27: ,736 [Michael Geers] Ja.
00:18:28: ,756 [Luca Leicht] Aber kannst du das mal skizzieren? Also man, man hat 'n E-Auto, man hat 'ne Wallbox, man hat, äh, die Solaranlage, den Speicher, was auch immer. Und dann kauft man sich diesen Raspberry Pi. Der kostet irgendwie um die, also je nachdem, was für'n Modell man braucht, glaub ich, so zwischen 60 und 100 Euro.
00:18:42: ,716 [Michael Geers] Ja, der war mal 50 Euro, ich glaub, genau. Inzwischen is man so bei 100 Euro dabei, je nachdem. Wir brauchen-- Das kann ruhig, muss kein High-End-Modell sein, aber ja, das ist die Preisregion.
00:18:49: ,256 [Luca Leicht] Was brauchen wir da? Kannst du das kurz skizzieren, was, was da sinnig is?
00:18:53: ,996 [Michael Geers] Ähm, also wir haben in der, wenn man in die Anleitung guckt, sieht man da so'n paar Geräte, für die wir halt wirklich fertige Images haben, ne. Das, was ich in die Kamera gehalten hab hier, das war 'n Raspberry Pi 4. Der is auf jeden Fall ausreichend. Das neue 5er-Modell kann man benutzen, aber es is eigentlich viel zu overpowered. Auch der 4er hat schon mehr Reserve, als wir wahrscheinlich jemals da rausbrauchen würden. Es gibt noch so'n paar andere, so chinesische Herstellermodelle. Hier is, also NanoPi is noch 'n anderer, äh, Hersteller. Ähm, die bauen noch deutlich günstigere Geräte, die sind mehr integriert, die haben dann weniger noch irgendwie Kontakte und andere Dinge, aber wir, brauchen wir eigentlich alles gar nicht, ne. Wir brauchen 'ne Netzwerkdose, wir brauchen Strom und 'ne SD-Karte, die da rein muss, ähm, und 'n Prozessor, der irgendwie aus diesem, äh, diesem Jahrhundert hätt ich fast gekommen. Äh, also aus den letzten Jahren kommt und das, äh, bei ganz vielen Geräten ist das der Fall. Das heißt, wenn man in der Doku guckt, dann findet man da auch noch 'n paar andere Geräte. Das heißt, wenn man, wenn man's drauf anlegt, kann man auch für 50 Euro seine Hardware kriegen. Genau. Und die hat man dann. Dann braucht man noch 'ne SD-Karte. Ähm, die muss auch nicht riesig sein, ne. Man kann, wenn man noch irgendwie so'ne Micro-SD-Karte hat, kann man irgendwie eine nehmen, die, die schon irgendwo rumliegt, ähm, oder man besorgt sich eine. Ähm, genau. Und dann lädt man unsere Software runter. Ähm, ist in der Anleitung beschrieben, welche Version man für welches Gerät braucht. Und dann braucht man noch 'n Programm, mit dem man das Runtergeladene auf die SD-Karte drauf kriegt. Äh, steckt die SD-Karte in das Gerät rein, in Raspberry zum Beispiel, verbindet den mit Strom und mit Netzwerk. Ähm, also Netzwerkkabel, WLAN geht auch. Generell, was so Stabilität angeht, empfehlen wir immer, da einfach 'n Kabel dran zu machen und das einfach in die Nähe des Kuters zu legen. Das, also der Standort is in der Regel egal, ähm, aber is halt einfach die stabilste Lösung. Dann ist nie, wenn der Nachbar eben mit seinem WLAN was macht, äh, meine eigene Steuerung da irgendwie ab und an hakelig. Ähm, genau. Und dann öffnet sich das, äh, da gibt's 'ne Adresse bei dir, die du im Browser aufrufen kannst zu Hause oder halt unsere App benutzen, dann findet er die. Ähm, und dann kannst du das über die Benutzeroberfläche einrichten. Früher war das kom..., also bis Anfang des Jahres war das so, dass der Einrichtungsprozess, äh, vielleicht findet man auch noch Fragmente in alten Videos auf YouTube oder so was davon. Früher war der Einrichtungsprozess schwierig, weil wir haben erwartet, dass der Nutzer so 'ne Konfigurationsdatei schreibt, wo ganz viel von den Dingen, äh, irgendwie drin is. Inzwischen sind wir da sehr streamlinig geworden. Also wir haben inzwischen auch 'ne, ähm, äh, w-wir probieren, Geräte halt a-im Netzwerk zu finden, sodass man auch irgendwie IP-Adressen raussuchen gar nich mehr so von Hand machen muss, sondern dann einfach schon vorgeschlagen wird: „Ah ja, sieht aus, ob die hier 'n Sunbroker wechselrichter hast. Willst du den nicht irgendwie benutzen?“ und so. Ähm, genau. In die Richtung haben wir einiges gemacht.
00:21:16: ,536 [Luca Leicht] Cool. Also das, das heißt, dieses Programmierding, i-ich kann das Tante Erna in die Hand geben und Onkel Jürgen und das läuft?
00:21:23: ,576 [Michael Geers] Ja, mein, also meine Baseline is so'n bisschen mit: Würde man der Person zutrauen, 'ne Fritzbox einzurichten, wenn sie die irgendwie vom Mobilfunkanbieter oder so was ge-geschickt hat. Das is schon 'n bisschen technisch teilweise, ne. Du musst 'n bisschen irgendwie IP-Adresse, Nutzername, Passwort oder vielleicht musst du dir noch irgendwo 'n Developer-Account bei irgendnem Hersteller oder so was anlegen, wenn, wenn wir irgendwie Cloud-Zugang haben. Also ma-man muss schon bisschen Bock darauf haben, sich damit auseinanderzusetzen, je nachdem, wie das Setup aussieht. Aber ja, du musst kein Informatiker dafür sein, ne. Also du brauchst irgendwie 'n bisschen, äh, d-den, äh, den Willen, dass du dich da irgendwie mal 'n halben Tag mit auseinandersetzt, ähm, im, im schlimmsten Fall. Im einfachsten Fall ist es halt wirklich IP-Adressen eintragen und fertig ist die Laube. Hängt immer vom Setup a-ab.
00:22:01: ,596 [Gerd Stegmaier] Und, ähm, wenn wir jetzt noch 'n Schritt weiterdenken, es gibt ja immer mehr Stromanbieter, die dynamische Tarife anbieten. Ähm, da stell ich mir jetzt laienhaft vor, da muss ja auch irgendwie 'ne Schnittstelle 'n Signal geben: Wo kommt dieser Strompreis jetzt her? Also wie kriegt der Raspberry Pi den, den Strompreis mit und wie kann er da drauf reagieren? Wie, wie ist das dargestellt?
00:22:26: ,276 [Michael Geers] Ja, genau. Da gibt es, äh, genau, wir haben das Konzept von Tarifen, ähm, und wir unterscheiden da grob in zwei Klassen. Äh, wir haben einmal so'n, wir nennen das CO₂-Tarif, aber is eigentlich eher 'ne CO₂-Datenquelle, ne. Das ist das, was ich eben als Beispiel genannt hab. Ich hab vielleicht noch 'n ... Das is für viele Leute eigentlich 'n total guter Einstieg. Also ich hab vielleicht noch 'n festen Stromtarif, wo ich einfach den ganzen Monat immer das Gleiche bezahle, aber vielleicht möcht ich doch netzdienlich laden und sagen: „Eigentlich, ich will, dass das Auto morgen auf 80 Prozent voll ist. Wie das und wann das voll wird, ist mir eigentlich egal. Und wenn sich das netzdienlich verhält mit dem Laden, mach das gerne“, ne. Also nicht direkt beim Anstell..., beim Anschließen, sondern, äh, wenn wir nachts noch Strom brauchen, dann, dann irgendwie dazu grün. Schon. Das heißt, da kann man so CO₂-Datenquellen auslegen, äh, auswählen. Da gibt's auch off..., genau, gibt's offene Quellen. Kann man, kann man sich dann in der Doku angucken, was man da wählen kann. Ähm, genau. Das ein..., da, das andere, wenn ich schon ein dynamischen Stromtarif habe, ähm, haben wir,
00:23:18: ,428 [Michael Geers] äh, eigentlich gibt's da so zwei Camps. Es gibt einmal diese, die, die Pioniere, würd ich sagen, ne, so was wie 'n Tibber oder 'n Octopus oder irgendwie so was. Die sind da schon sehr früh, äh, mit dabei gewesen. Die haben auch direkt Online-APIs gebaut und die unterstützen da auch. Da kann man dann irgendwie seine Zugangsdaten eingeben oder sich 'n, äh, 'n Zugangskey quasi, das stand, das stand beschrieben bei uns, ne, besorgen von dem Anbieter, den trägt man bei uns ein. Dann sieht man genau die Daten, die für mich grade gelten. Ähm, inzwischen gibt's aber dynamische Stromtarife, also is auch ef..., äh, gesetzlich, glaub ich, vorgeschrieben von halt allen Stadtwerken, was auch immer. Und die haben nich alle Schnittstellen. Äh, also die allerallerwenigsten davon haben Schnittstellen. [lacht] Die müssen das halt irgendwie anbieten. Ähm, genau. Und das, was die aber alle tun, äh, die folgen dem Muster, dass sie sagen, die nehmen den Börsenstrompreis, äh, diesen, diesen, der wird dann immer mittags, äh, veröffentlicht, ne, den, den IPEX Day Ahead, wo du dann halt siehst, äh, zu welcher Viertelstunde der Strom wie viel kostet. Und dann schlagen sie da halt 'n festen Betrag oder meistens zwei Dinge drauf, 'nen festen Gebührenanteil und dann noch 'n dynamischen Gebührenanteil. Und diese beiden Werte kriegst du, wenn du so'n, 'ne Stromtarif abschließt bei deinen Stadtwerken, die kriegst du mitgeteilt, ne. Die stehen bei deinem Vertrag drin, dass pro Kilowattstunde noch soundso viel Gebühr anfällt. Das kann man bei uns eintragen. Da haben wir halt feste Felder für. Ähm, und dann wählst du halt bei uns einfach aus, dass du den normalen Börsenstrompreis haben willst. Das heißt, wir haben 'ne Quelle, wo wir immer den-- Du wählst noch deine Zone aus. In Deutschland ist es halt Deutschland und Österreich. Also wir haben europaweit dann da irgendwie Datencoverage. Ähm, du wählst deine, äh, deine Zone aus und dann gibst du halt die Gebühren ein, die dir dein Stromanbieter quasi mitgeteilt hat für deinen dynamischen Stromtarif. Ähm, genau. Und dann bist du damit eigentlich schon durch. Das heißt, die Datenquelle ist da halt die zentrale Strom-, äh, äh, -preisdatenbank quasi und gar nicht dann dein Stadtwerk, sondern die geben dir nur einmal die Parameter, was das kostet.
00:25:01: ,048 [Luca Leicht] Und, und wenn die jetzt was völlig Verrücktes machen würden, dann würd's natürlich nicht matchen, aber in der Regel passt das.
00:25:06: ,488 [Michael Geers] Ja, genau. Was jetzt noch mal neu dazukommt, äh, sind, äh, zum, also dynamische Netzentgelte, Paragraph 14a und Modul drei und was auch immer. Da ist in den letzten Jahren 'ne ganze Menge Sachen passiert, wo es noch mal zusätzlich zu den dynamischen Stromtarifen oder, also es muss gar nicht damit kombiniert werden, kann man auch alleine machen, dir dein Netzbetreiber, ähm, unter bestimmten Bedingungen auch noch mal in bestimmten, äh, zu bestimmten Uhrzeiten den, äh, das Netzentgelt reduziert oder erhöht. Ähm, auch das können wir bei uns konfigurieren. Da kann man so Zeitfenster-- Also da kriegt man in der Regel von seinem, äh, von seinem Anbieter halt mitgeteilt: „Jo, in folgendem, keine Ahnung, Nacht zwischen drei und fünf, äh, sind unsere Netzentgelte soundso viel Cent und morgens zwischen soundso und soundso sind die Netzentgelte noch mal irgendwie, äh, 'ne andere Höhe.“ Ne, das heißt, ich hab da-- In der Regel sind das so 'ne Handvoll Stufen, die man mitgeteilt kriegt. Die ändern sich über das Jahr auch nicht. Die sind dann ein-, das hat man einmal fix eingegeben. Ähm, und genau, dafür haben wir dann auch so'n, äh, ja, wo man diese Zeitfenster quasi konfigurieren kann bei uns und diesen Netzentgeltanteil gar nicht nur als 'n fixen Betrag, den einem der, der Stromanbieter einmal gibt, sondern halt als etwas, was sich über den Tag hinweg oder auch über Monate hinweg, das hängt 'n bisschen auch von den Ländern ab. Ähm, in anderen Ländern gibt's das teilweise auch nach Jahreszeiten. Ähm, genau. Kann man sich dann-- Also kriegt man in der Regel mitgeteilt, sind statische Informationen, muss man sich dann einmal eintragen, was ich-- Vielleicht muss man die auch einmal im Jahr ändern, aber genau, da haben wir genau für diese Anwendungsfälle jetzt, wo sie halt Stück für Stück aufgekommen sind, haben wir dann halt auch Masken gebaut, wo man das dann abgewählt zieht.
00:26:35: ,048 [Luca Leicht] Mhm. Aber das sind halt schon Spezialfälle im-
00:26:38: ,508 [Michael Geers] Ja, der ist schon super speziell, ne. Also-
00:26:39: ,728 [Luca Leicht] Ich kann das auch kleiner fahren.
00:26:41: ,588 [Michael Geers] Ja, der, also der Standardfall ist halt wirklich, ich hab 'n Dyna..., also ich hab 'n festen Stromtarif oder ich hab 'n dynamischen Strompreis. Äh, das ist schon, schon der Adv..., der Advanzbereich quasi. Ähm, genau.
00:26:51: ,208 [Gerd Stegmaier] Äh, 'ne Frage, die mir grade noch so kommt: So 'ne Wallbox ist ja im Prinzip noch mal 'ne Kette von Schnittstellen, weil da hängt ja auch 'n Auto dran. Das kann jetzt auch
00:27:04: ,388 [Gerd Stegmaier] beliebig dumm sein, sag ich mal, das Auto und, äh, misstrauisch gegenüber 'ner Wallbox, die sich zwischendurch mal abschaltet. Äh, merkt die Software das auch, ähm,
00:27:16: ,888 [Gerd Stegmaier] was da geht und was da nicht geht? Also ich kenn tatsächlich von mir den klassischen Fall, äh, dass 'n smarter Modus von der Wallbox immer dazu geführt hat, dass die Wallbox 'ne Pause macht, weil nicht genug Solarstrom da ist und dann sagt danach das Auto: „Nee, also die Wallbox ist mir zu unsicher, die lass ich hier gar nicht mehr rein.“ Ähm, und dann steht man natürlich vor 'nem ungeladenen Auto.
00:27:42: ,388 [Michael Geers] Ja, genau, genau, das kennen wir auch. Ähm, also genau, es gibt, gibt eigentlich zwei, drei unterschiedliche Kategorien, ne. Einmal ist dieses: Ich steck das Auto an eine Wallbox an, die aber in den ersten Minuten nach dem Anstecken gar nichts tut, die rückt gar keinen Strom raus. Dann gibt's Autos, die dann in so'n Fehlerzustand gehen und sagen: „Oh, die Wallbox scheint kaputt zu sein. Äh, ich schalt mal mein Ladeüberwachungsgedöns vollständig aus, weil hier gibt's keine Aussicht mehr auf Strom.“ Ähm, da gibt's noch-- Da haben wir 'n Setting für, dass man dann, wenn man sein Fahrzeug bei uns anlegt, so'n Häkchen oder bei einigen Fahrzeugen wissen wir das. Ich glaub, Dacia war die erste Marke, mit der wir das, wo wir das mitgekriegt haben, dass die sich genauso verhalten. Und wenn man bei uns dann ein Dacia konfiguriert, dann ist das schon klar. Dann wissen wir, das ist schon eingebacken, dass wir wissen, okay, wenn wir den, wenn der sich mit der Wallbox verbindet, dann müssen wir dem erst mal so 'ne halbe Minute Strom geben. Dann weiß das Auto, okay, ist gut hier und dann können wir auch wieder ausgehen. Dann kommt das Auto auch mit down, dann können wir später wieder angehen und dann weiß das Auto, okay, ja, äh, gut, jetzt, äh, da, da spiel ich jetzt quasi mit. Und dann gibt's 'n paar Fahrzeuge, ähm, die so drauf sind, die am Anfang erst mal irgendwie Strom brauchen, obwohl die Sonne vielleicht schon untergegangen ist und wir, wir den Fahrzeugen eigentlich keinen Strom gegeben hätten. Das ist das eine und das andere ist das Ein- und Ausschalten, halt so, keine Ahnung. Sagen wir mal, ich hab am Vormittag Strom, dann koch ich mittags, hab aber gar keinen Überschuss, weil ich brauch den irgendwie im Haus. Das heißt, ich möchte eigentlich, dass das Auto jetzt so für 'ne Stunde oder zwei ausgeht, weil gar nicht genug Überschuss da ist und soll nachmittags wieder an. Und dann gibt's teilweise Fahrzeuge, die-- Das ist unterschiedlich. Es gibt Fahrzeuge, die mögen das gar nicht, ausgeschaltet und wieder angeschaltet zu werden. Es gibt aber auch Fahrzeuge, die das einfach nicht mögen, wenn es zu häufig passiert, ne. Da kann man dann-- Da haben wir Werte, die wir einstellen können und sagen: „Okay, okay, guck mal, dass du innerhalb, äh, bevor du ausgehst, warte lieber noch mal kurz 'ne halbe Stunde oder fünf Minuten oder was auch immer, sodass es nicht zu viel geswitcht wird.“ Ähm, genau. Wir haben auch Fahrzeuge, die es gar nicht mögen und da haben wir auch 'ne Option, äh, die heißt bei uns „dauerhaft laden“, wo man so'n Häkchen setzen kann und sagen kann: „Okay, du steckst das Auto an, das heißt, es kriegt permanent Strom und wenn aber mehr Überschuss da ist, geben wir ihm mehr Strom.“ Das heißt, man nimmt dann in Kauf, dass im Fall des Falles auch Netzstrom gezogen werden würde, aber das Au-- Aus Sicht des Autos hat es eine, einen permanenten Stromzufluss quasi, ne. Das sind vor allem ältere Autos. Die, also Renault Zoe war damals so das, das Ding, die brauchte das auf jeden Fall, sonst, sonst geht da, geht da irgendwie gar nichts mehr in den ersten Versionen. Ähm, bei den meisten modernen Fahrzeugen ist das so, dass sie nicht mehr so picky sind und dass sie auch mit Ausschalten und später wieder anschalten irgendwie klarkommen. Aber wenn man die Notwendigkeit hat, haben wir, haben wir das auch.
00:29:59: ,628 [Gerd Stegmaier] Mhm. Wie, ich stell mir jetzt nur vor, also es gibt ja E-Autos schon 'n bisschen länger und es gibt wahnsinnig viele Modelle inzwischen. Wie kamen diese ganzen Besonderheiten oder Eigentümlichkeiten von den Autos zu euch und wie, also wie viele Nutzer habt ihr schon und wie viele konnten dazu beitragen?
00:30:19: ,418 [Michael Geers] Ja, ähm, äh, g..., äh, also, äh, schon, schon so, wie du's anformuliert hast, ne. Also es is in der Tat so, dass wir jetzt nich, äh, also du hast, äääh, ich hab noch gar nich so viel übers Projekt erzählt, ne. Also, ähm, wir sind drei Leute im, im Core-Team, also die, äh, sich dem ... Wir halten das Ding am Laufen und gucken, welche Feature wir reinnehmen und, äh, wie wir damit umgehen und wie auch immer, äh, verschrieben haben, quasi. Ähm, und, ähm, genau, der Großteil der Implementierung ist aber mindestens angetriggert halt von Leuten. Also Leute, die sagen: „Jo, eure Software ist super, äh, aber ich hab mir jetzt 'n neuen Wechselrichter gekauft, der ist bei euch gar nich drin.“ Oder: „Ich hab jetzt 'n neues Fahrzeug.“ Was auch immer, 'n neuen Hyundai, die ist irgendwie neue Softwaregeneration. Ihr unterstützt aber nur die alte Softwaregeneration. Äh, könnt ihr auch irgendwie jetzt mit den, den neuen Schnittstellen, die der Hersteller irgendwie anbietet, äh, könnt ihr da irgendwie 'ne Integration für bauen? Oder: „Ich habe eine gebaut“, kommt auch, äh, immer häufiger, auch mit LLMs und Coding-Modellen, äh, ist das auch noch mal, äh, ist, ist da noch mal 'ne ganz andere, äh,
00:31:15: ,958 [Michael Geers] s-sowohl Frequenz als aber auch Qualität, äh, passiert, dass Leute einfach gleich schon mit 'ner fertigen Implementierung kommen und sagen: „Ich hab das getestet gegen mein eigenes Auto. Äh, so funktioniert das und wir gucken da noch mal drüber, gucken, passt das irgendwie mit dem Rest der Anwendung oder haben wir noch andere Ideen, wie wir das machen können?“ Das heißt, extrem viel von-
00:31:32: ,638 [Luca Leicht] Da musstest du Vibe Code irgendwie wieder, äh, validieren?
00:31:36: ,278 [Michael Geers] Ja, also ge-genau. Also Qualitätssicherung ist auf jeden Fall 'n Thema, ne. Ist jetzt nicht so, dass, dass nur ein Nutzer sagt: „Ah ja, das geht schon alles. Guckt mal da nicht mehr drauf und nimmt das dann irgendwie rein“, ne, weil sobald wir das bei uns drin haben und es passiert danach irgendwas, ist das halt unsere Aufgabe, äh, das irgendwie zu beheben, ne. Also a... Wir haben auch viele Nutzer, die halt super lange begleiten die das Projekt schon und, äh, die sind dann, wo wir schon wissen, ah, wenn 'n Hyundai-Problem ist, dann pingen wir 'n Nutzer so und so und so und so an und meistens sind die auch responsiv und sind dann innerhalb von 'nem halben Tag oder so was haben die da irgendwie 'ne Einschätzung-
00:32:04: ,818 [Luca Leicht] Ah, cool.
00:32:04: ,918 [Michael Geers] Oder wissen-- Genau, also das haben wir bei super vielen Sachen, ne. Und teilweise auch Leute von Herstellern, ne. Also Wallbox-Hersteller, die bei uns wirklich im Repo das begleiten und wissen, hier, wenn mit der Wallbox 'n Problem ist, äh, dann antworten die teilweise schon schneller als wir da drauf. Und, äh, also ja, es ist, es ist total super. Also wir haben wirklich auch auf Herstellerseite einige Leute oder einige Firmen, die das halt so schätzen wissen, ne. Die wissen, dass, also, äh, so op-offene Software und auch das, du kannst halt reingucken, was da genau passiert. Das kannst du ja bei geschlossenen Software, bei Clouddiensten geht das halt gar nich. Ähm, genau, ist das halt kein, kein Thema. Aber genau, es lebt halt wirklich davon, dass Leute diese Produkte besitzen, ähm, und wollen, dass das bei uns gut funktioniert und dann da auch irgendwie Energie reinstecken oder uns viele Reports geben oder sagen: „K..., ich weiß nicht, wie man das baut, aber ich kann ihr, dir irgendwie 'n Zugang zu meinem System geben. Könnt ihr das irgendwie am Sonntag mal ausprobieren oder irgendwie so was.“ Das, das passiert sehr regelmäßig.
00:32:56: ,398 [Gerd Stegmaier] Okay, und du hattest ja vorher schon gesagt, ihr habt so 400 Leute, die wirklich Code beigetragen haben. Und wie viele Leute benutzen jetzt euer System?
00:33:07: ,318 [Michael Geers] Ja, ist 'ne gute Frage. Äh [lacht], also ich, ich generell bin ein F..., ein, ein, äääh ... [lacht] Ich war im E-Commerce-Bereich, von daher weiß ich, was da so ein Tracking und so, wie, wie man das, wie man das zum Max drehen kann, quasi. Ähm, äh, i-ich bin da gar kein Freund davon, so viele Dinge zu sammeln. Äh, genau, aber wir haben so'n paar Anhaltspunkte, ne. Also wir wissen irgendwie, wie viel Downloads passieren so grob und man kann das mal stecken, Leute umrechnen. Ähm, ich würd grob davon ausgehen, dass wir so 500, äh, nee, 50.000 plus minus aktive Nutzer haben, wer jetzt meine-- Also i-ich weiß ungefähr, wie viele Leute die iOS-, äh, App runtergeladen haben, wie viele Leute die Android-App runtergeladen haben. Wir haben auf der Webseite, ähm, wenn man da mal nach unten scrollt, also evcc.io, haben wir, glaub ich, noch gar nicht gesagt. Äh, wenn man dann nach unten scrollt, äh, gibt's da so 'ne schöne, ähm, so 'ne schöne Grafik, ähm, oder so, so drei Zahlen, wo man sieht, wie viele Leute jetzt grade mit EVCC ihr Auto laden, äh, wobei inzwischen müsste man eigentlich auch sagen, vielleicht auch ihre Wärmepumpe steuern. Ähm, und jetzt grade sieht man, dass wir irgendwie 'ne Ladeleistung von kombinierten 10.000 Megawatt, äh, quasi irgendwie haben, die von 2.700 Benutzern, die jetzt grade 'n aktiven Ladevorgang haben, ähm, gemacht werden. Das sind aber nicht 2.700 Leute in Summe, die w..., die EVCC benutzen, sondern die Leute, die jetzt grade laden und das auch noch mal aus einer Teilmenge von Leuten, die so'n, äh, „Ich möchte meine Live-Daten teilen“-Feature für die Webseite, ähm, angehakt haben. Ich geh mal davon aus, dass das ... Ich weiß nicht, wie viel Prozent der Leute das machen, ob das 10 Prozent, 20 Prozent oder so was tippen oder ob das 55-- Also 50 Prozent wird's nich sein. Es wird deutlich, also wird wahrscheinlich weniger sein, aber ja, das sind so'n bisschen die Anhaltspunkte.
00:34:43: ,878 [Luca Leicht] Aber ich meine, 10.000 Megawatt, also zehn?
00:34:47: ,918 [Michael Geers] Nee, äh, äh, Entschuldigung. Zehn, zehn, äh, Megawatt. 10,3 Megawatt steht hier grade. Entschuldigung. Da hab ich, da hab ich die falsche Größenordnung gesagt. Nee.
00:34:54: ,398 [Luca Leicht] Oh mein Gott [lacht].
00:34:56: ,558 [Michael Geers] Nein [lacht].
00:34:58: ,138 [Luca Leicht] Ja, aber ich mein, ich find also auch, auch zehn Megawatt jetzt für so'n, für so'n ... Das ist schon echt amtlich.
00:35:05: ,038 [Luca Leicht] Also das ist jetzt nicht, nicht Killefitz irgendwie. Da, i-ihr schubst da schon ordentlich. Also ihr helft dabei, ordentlich Strom zu schubsen, so. Ähm, a-auf, auf der Ebene, das ist jetzt nicht, nicht, nicht wenig Energie. Ähm, jetzt hast du grade gesagt, man kann freiklicken, dass es diese Anbindung gibt, ähm, an euch, damit man das sehen kann.
00:35:25: ,038 [Luca Leicht] Was-- Du hast vorhin davon gesprochen, dass es manche Wallboxen mit 'nem Cloud-Dienst zusammenhängen und wenn der Server dann offline ist, dann tut sich nix mehr. Wie verhält sich das denn bei eurem System generell? 'N Raspberry Pi hab ich kennengelernt in meiner Freizeit als Bastelelektronik. Und wir wissen alle, wie zuverlässig gebastelte Dinge sind. Wie zuverlässig ist denn so euer System aus deiner eigenen Erfahrung auch? Und w-w..., also
00:35:52: ,958 [Luca Leicht] wie oft geht das kaputt? Wie oft muss ich das neu machen? Wie oft muss ich da irgendwie nacharbeiten oder mach ich das einmal und dann läuft's?
00:36:00: ,382 [Michael Geers] Ja, ähm, also d-das, äh, Raspberry Pi gleich, gleich basteln und geht kaputt, das würd ich, glaub ich, nicht so stehen lassen wollen. Also wenn man, äh, selbst auch wenn man sich irgendwie kommerzielle Systeme, Energiemanagementsysteme, aber auch andere kleine Boxen, die irgendwas Smartes tun, die man kaufen kann, anguckt und sich dann anguckt, was ist da eigentlich drin, ist das unglaublich oft, dass dann da, äh, wirklich 'n Raspberry Pi oder 'n Compute-Modul, also dass, äh, die Brains des Raspberry Pis, äh, quasi Teil davon sind, ne, oder, oder verwandte Architekturen. Von daher, auf der Ebene passiert das, glaub ich, ganz selten, dass das, dass da jetzt einfach die, die Hardware kaputtgeht. Eine Sache, wo man, ah, wo man nicht sparen sollte, in der Tat, ist die SD-Karte. Da wird halt, äh, also wir probieren schon mit der Hardware umzugehen. Wir schreiben da jetzt nicht unglaublich viel Datenmengen drauf, aber es gibt halt billige SD-Karten, die so nach ein, zwei Jahren im Betrieb einfach kaputtgehen, ne. Da gibt's, äh, gibt's Kennzeichen. Auch da erwähnen wir in der Doku 'n paar Sachen, äh, auf was man da achten soll. Aber wenn man 'ne namhafte SD-Karte aus 'ner vertrauenswürdigen Quelle, also nur weil Samsung draufsteht, heißt das nicht, dass, äh, dass das auch Samsung sein muss, wenn man das irgendwie in 'nem No-Name-, äh, China-Shop bestellt oder so.
00:37:03: ,382 [Luca Leicht] Bei Temu, AliExpress und Co., ja, ja. Das-
00:37:05: ,502 [Michael Geers] Ja, genau. Muss man 'n bisschen, muss man 'n bisschen aufpassen. Auch mit Größen wird da ja gemogelt und so. War bei USB-Sticks ja auch 'n großes Thema. Ähm, genau. Aber, also wenn man da ein, ein, äh, sich irgendwie an die, äh, an die Empfehlungen quasi hält, würd ich sagen, kann man es einmal einrichten und dann läuft das irgendwie vor sich hin. Ähm, wofür man natürlich verantwortlich ist, ist, ähm, man sollte sich 'n Backup ziehen, wenn man das System mal einmal eingerichtet hat, sodass falls einmal wirklich was kaputtgeht, kann ja auch irgendwie Fremdeinwirkung sein, ne, Blitzeinschlag, was auch immer. Irgendwas, was macht, dass es grade nicht mehr geht. Bei 'nem Cloud-Dienst ist das kein Problem. Im Zweifelsfall, wenn ich mein Passwort vergessen hab, dann mach ich da „Passwort vergessen“ und dann geben die mir wieder Zugang zu meinen Daten, weil ich die Daten sowieso gar nicht besitze, sondern die halt bei meinem Cloud-Dienst, ähm, irgendwie gespeichert sind. Das ist bei uns natürlich nicht so, ne. Wenn du sagst, ich will das lokal bei mir laufen lassen, dann bin ich natürlich die Person, die sich um diese Maschine kümmern muss. Das heißt, im Zweifelsfall, wenn's kaputtgeht, in diese, die, äh, Maschine wieder neu einrichten oder 'n Backup einspielen oder so. Genau, wir ham, wir ham Backup-Funktionen, wir haben Restore-Funktionen. Ähm, das ist alles da. Ähm, genau. Das heißt, die Verantwortung muss man an der Stelle aber auch gewollt sein zu übernehmen, ne. Ich hab aber auch Systeme bei, bei Schwiegereltern, keine Ahnung, die hab ich vor drei Jahren eingerichtet. Einmal im Jahr komm ich da vorbei und sag: „Ja, vielleicht sollten wir mal irgendwie auf die aktuelle Version updaten“, oder so was. Aber das läuft da einfach leise vor sich hin. Die kümmern sich da nicht drum, die wissen auch nicht genau, was da ist und die, äh, Wallbox macht aber einfach immer das Richtige, ne. Die lädt einfach immer nur Überschuss und die machen auch keine fancy Dinger mit Strompreisen, sondern die Überschussladen ist halt erst mal das, was den allergrößten Evil macht. Das heißt, so 'ne einrichten, irgendwo hinlegen und dann, dann macht das einfach sein Ding. Das ist ja auch nicht aufm Internet erreichbar und so. Ähm,
00:38:39: ,282 [Michael Geers] ist 'ne total valide Lösung.
00:38:41: ,182 [Luca Leicht] Okay. Ähm, weil du schon sagst, das ist die Minimalan..., das ist das, das ist einfach, äh, Fire and Forget und dann ist irgendwie weg und dann wurschtelt es da vor sich hin. Ähm, was errei... Habt ihr irgendwie Zahlen oder hast du mal so hochgerechnet? Gibt's da aus der Community Zahlen, ähm, was es dann so bringt? Also wie viel Geld spart man denn mit, äh, EVCC im Schnitt? Und ich weiß, es fährt der eine 10.000 Kilometer im Jahr und der andere fährt 70.000 Kilometer im Jahr. Ähm, und der eine hat so 'ne große PV-Anlage und der andere so. Aber kann man das irgendwie in CO₂, in Euros, in irgendwie bemessen, was das bringt, sich dem auszusetzen, einen, einen Raspberry Pi sich anzuschaffen?
00:39:22: ,562 [Michael Geers] Ja, ähm,
00:39:24: ,782 [Michael Geers] es kommt grade ein bisschen unvorbereitet, aber wir haben, äh, in der Tat in der, in der-- Das ist noch nicht für Release, das kommt jetzt in der nächsten Version, gibt es ein Energiedashboard, was wir einführen. Ähm, und da berechnen wir genau diese Zahlen und, äh, also wir sammeln diese Daten jetzt schon seit, seit ein paar Releases, so seit drei, vier Monaten. Alle, die sich, die da irgendwie seitdem das laufen haben, da, da schreiben wir freudig so Energiedaten und Preise und so was in die Datenangabe. Bislang zeigen wir das noch nicht richtig an. Mit der nächsten Version werden wir das richtig anzeigen. Äh, und ich hab jetzt mal bei mir irgendwie den letzten Monat geklickt und ja, unser Auto hat 'ne verhältnismäßig hohe Kilometerleistung und wir machen auch aus, äh, PV-Überschuss, äh, machen wir auch das Warmwasser warm im Sommer. Ähm, und, äh, das zeigt mir jetzt hier an, dass ich im August, äh, 300, äh, 230 Euro gespart habe im Vergleich zu, wenn ich, äh, diese Energie einfach aus dem Netz gezogen hätte. Ich hätte mein Warmwasser wahrscheinlich nicht aus dem Netz warm gemacht. Das wär wahrscheinlich, äh, zu, äh, also wirtschaftlich jetzt nicht die beste Wahl gewesen, ähm, aber der Part ist jetzt auch nicht der größte. Der größte Teil ist halt wirklich das, was ins Auto reingegangen ist, ähm, was du halt nicht kaufst, ähm, zu den Preisen der Dinge, die grade quasi am, am Netz verfügbar sind. Genau.
00:40:33: ,322 [Michael Geers] Ja, aber ist 'ne Größenordnung, ne. Und, äh, also ich glaube, dass für die meisten, also grade das, das Auto, wenn man 'n bisschen mit dem Auto auch unterwegs ist, ist man total schnell da drin, dass man die Hardware und auch das, was wir als, äh, als Sponsoring-, äh, -erfordernis quasi aufrufen, ähm, dass, dass man das wieder reingespielt hat.
00:40:51: ,182 [Luca Leicht] Wie ho..., wie hoch ist das Sponsoring-Erfordernis? Das haben wir den Freunden noch nicht, äh-
00:40:54: ,922 [Michael Geers] Genau, haben wir noch gar nicht, haben wir gar keine Zahlen genannt. Äh, also wir haben, ähm, es gibt zwei Optionen. Wir haben einmal was, was Monatliches. Ähm, das sind vier Dollar, wenn man das über GitHub machen will, da braucht man aber ein GitHub-Konto, äh, vier Dollar im Monat. Ähm, man kann auch sagen, man machen, man macht 50 Euro im Jahr, ähm, oder man macht 'ne Einmalzahlung von 150 Euro und dann, ähm, genau, dann, dann hat man-
00:41:17: ,762 [Luca Leicht] Da krieg ich aber trotzdem weiterhin alle Updates und-
00:41:19: ,658 [Michael Geers] Ja, ja, genau. Man kriegt weiterhin alle Updates. Ähm, wir fangen jetzt langsam an, auch so'n paar Online-Convenient-Sachen, die sich Leute lange gewünscht haben, mit kann ich auch von, äh, so'n, so'n Fernzugriff quasi darauf haben. Auch das, äh, ist aktuell so, dass wenn ich irgendwie 'n Sponsoring auch 'ne Einmalzahlung mache, dass wir das ein..., obwohl wir dann da laufende Kosten haben, ähm, dass wir das einfach mit-mittragen und sagen: „Nee, das passt schon.“ Äh, da müssen wir noch mal gucken, ob wir langfristig, wenn wir jetzt unseren On..., also wenn wir so Online-Zusatzfunktionen mehr ausbauen, ob wir das weiter tragen können. Ich hoffe einfach ja, ähm, sodass du auch mit der Einmalzahlung irgendwie mit abgedeckt bist. Ähm, genau. Aber das ist unser aktuelles Modell. Und was man auch noch kriegt, ist, äh, wir, wir verschicken Sticker. Das heißt, alle Leute, die, ähm, das Projekt sponsern, äh, können so'n Formular ausfüllen und, äh, dann-- Also damit haben wir damals auch angefangen, ne. Da gab's noch gar keine Mehrwertfunktion. Da haben wir einfach gesagt: „Hier, sponsor unser Projekt. Wir schick..., wir schicken dir 'n Brief mit Stickern zu.“ Äh, und da haben wir irgendwie ein, z..., äh, einmal die Woche so drei, vier Briefe oder so was eingetütet und den Leuten geschickt. Da haben die sich 'n Keks gefreut und, äh, haben uns dann Bilder zurückgeschickt von, wie sie den Sticker auf ihre Wallbox geklebt haben und da steht da jetzt irgendwie EVCC drauf. Ähm, genau, und das haben wir aber beibehalten. Das heißt, wenn du das Projekt sponsorst, dann, äh, das, das tüte ich auch wirklich man... Also wir haben immer so unser Sonntagsabendsritual, ich und mein Sohn, dann, äh, machen wir den Küchentisch frei und, äääh, machen dann Sticker-Sets und, äh, kleben da irgendwie Adresslabel drauf, ähm, und, äh, genau, drücken die dann ab. Mutter dem Postboten in die Hand. Ähm, und genau, das ist natürlich auch total schön zu sehen, in welche Länder das dann geht und, äh, ja, so, so'n bisschen so'n reales Feedback, ne. Ähm, genau.
00:42:50: ,878 [Luca Leicht] Mhm.
00:42:52: ,158 [Luca Leicht] Weil du's jetzt grad schon ansprichst, ähm, es ist 'n-- Also ihr sitzt in Deutschland, i-ihr seid deutsche Entwickler irgendwie.
00:42:57: ,978 [Michael Geers] Ja.
00:42:58: ,298 [Luca Leicht] Man hört ja auch immer, dass es im Ausland andere Sch..., Sorgen um Stromtarife, Preise und Co gibt. Wie seid ihr da aufgestellt?
00:43:05: ,498 [Michael Geers] Genau, also erst mal sind wir natürlich angefangen mit unser eigenes Problem lösen, ne. Das heißt, wir sind auch an einige Sachen dann sehr deutsch rangegangen im Sinne von, ja, in, in Deutschland ist das so, dass du irgendwie 'nen, 'ne feste Einspeisevergütung hast zum Beispiel, ne. Und dann kamen über die Niederländer und haben gesagt: „Äh, das ist bei uns nicht so. Bei uns ist, äh ...“ Ich weiß gar nicht, was immer noch ist, aber früher war das dieses, der Stromzähler dreht sich vorwärts und rückwärts, ne. Da kriegst du für die Einspeisung irgendwie das Gleiche, ähm, wie das, was du halt auch, äh, kriegst, wenn du den Strom gekauft hättest. Das macht natürlich die Economics und wie du, wann du was laden willst und wie du damit umgehen willst, noch mal 'n bisschen anders, weil du diese Differenz gar nicht hast. Ähm, aber genau, in den unterschiedlichen Ländern gibt's unterschiedliche Incentivierungen, auch Regulierungen, ne. In, in Belgien, das fand ich total überraschend, ist das gar nicht so, dass, dass sie ... Oder anders: In Belgien ist es so, dass, ääähm, dass oft es so ist, dass Stromspitzen probiert werden zu, äh, vermeiden. Das heißt, ähm- -wenn du's schaffst, in, bei, bei deinem Stromverbrauch immer unter 20 Kilowatt zu bleiben und dann nie drüber gehst, dann kostet der Strom x. Und wenn du aber in die nächsthöhere Stufe gehst, also wenn du mal irgendwann ... Also da ist auch 'ne Zeitkomponente drin. Wenn du für fünf Minuten oder für zehn Minuten über 20 Kilowatt bist, das heißt irgendwie, dein Auto dann doch irgendwie auf Vollstoff lädst oder so was, ähm, dann gehst du in die nächsthöhere Stufe und dann musst du für den ganzen Tag oder 'n Zeitraum dann 'n höhere, äh, pro Kilowattstunden Gebühr zum Beispiel bezahlen. Das ist noch mal ganz andere Anwendungsfälle. Das haben wir in Deutschland gar nicht. Da gehen wir immer in der Regel davon aus mit: Ja, du kannst das irgendwie so lange machen, bis die Sicherung irgendwie rausfällt. Ähm, und das kannst, musst du dann halt irgendwie einmal statisch konfigurieren vorher. Ähm, genau, aber in Belgien ist das-- Also damit ist das Thema Lastmanagement da 'n Ding. Das heißt, wir können bei uns in der Software auch einrichten. Äh, du kannst dann 'n, 'n Kilowattwert oder 'n, äh, Stromwert oder so was angeben und sagen: „Guck mal, dass das ganze System zu keinem Zeitpunkt mehr als“ – ich bleib mal beim 20-Kilowatt-Beispiel – ähm, „das benutzt. Äh, und wenn dann doch mal jemand den, den drei Wasserkocher gleichzeitig anstellt, dann gucken wir, dass das Auto rechtzeitig oder möglichst schnell gestoppt wird, äh, um dann irgendwie diesen Wert nicht zu reißen.“ Das heißt, ähm, genau, auch da haben wir, haben wir einiges gebaut. Ja.
00:45:05: ,358 [Luca Leicht] Mhm. Und jetzt hast du von europäischen Ländern gesprochen. Wie, wie ist das insgesamt? Ist das auch, keine Ahnung, in China ein Thema oder so? Oder wo, wo kommen eure, eure Nutzer sonst her?
00:45:15: ,558 [Michael Geers] Ja, äh, also wissen wir auch erst mal nicht so direkt, wobei durch die Stick, durch den Stickerrückkanal quasi hab ich ein Gefühl dafür, äh, welche Länder unten so drauf stehen. Das sind dann natürlich nicht alle, die Sticker haben wollen, aber, äh, ja, also ich würde sagen, keine Ahnung, so zwei Drittel, äh, ja, oder, äh, ja, doch, zwei Drittel, äh, geht nach Deutschland oder in den deutschsprachigen Raum. Ähm, zum Beispiel Schweiz, äh, ist, da ist das auch definitiv 'n Thema. Dann, also Benelux-Länder hatte ich eben schon, Niederlande, ähm, Belgien, äh, auch Luxemburg, ähm, Skandinavien immer mal wieder, aber jetzt gar nicht so stark wie die Benelux-Länder. Und was mich total überrascht hat, ist, dass wir das erste Mal halt, äh, äh, Sticker nach Australien geschickt haben. Und, äh, das passiert aber regelmäßig in der Tat. Also ich glaub, je-
00:45:57: ,818 [Luca Leicht] Okay.
00:45:57: ,718 [Michael Geers] ... Austria, Australia haben sie da den, den üblichen Verschreiber gemacht, aber nein, also wir haben wirklich australische Nutzer. Und, ähm, genau, also da ist das Thema, oft sind es auch Off-Grid-Use-Cases, die noch mal wieder anders sind, äh, aber wo man halt diese Art von intelligenter Steuerung auch benutzen kann, aber nicht nur, ne. Also auch da gibt es halt ... Ich glaub, die, die Australier haben jetzt irgendwann auch eingeführt, dass, ähm, sie über den Tag verteilt, äh, jeder Haushalt irgendwie 'ne Stunde kriegt, wo er kostenlos oder sehr günstig Strom kriegt oder so was, ne, was auch total cool, 'n total cooles Signal ist, ne. Wenn du, wenn du weißt, okay, wir haben zu bestimmten Zeiten Überschuss, dann den Leuten zu sagen, mit 'ner total einfachen Regel: „Benutze einfach, du benutze zwischen da und da Strom, wenn du ihn günstig verschieben kannst, wenn du es da irgendwie hinlegen kannst.“ Und du mit den anderen, damit kriegt man halt auch mit super Low Tech, ohne jetzt irgendwelche Server und Verteilungsalgorithmen zu haben, kriegst du trotzdem schon 'ne Verteilung hin, äh, wo du den Nutzern einfach die, das Incentive gibst und sagst: „Okay, dann im einfachsten Fall richte ich das bei meinem Auto ein und programmiere das irgendwie fest, ne.“ Aber wenn wir das wissen, dann können wir natürlich auch andere Dinge dann noch hinverschieben. Ähm, genau. Also da sind wir ...
00:46:58: ,898 [Luca Leicht] Das klingt so undeutsch.
00:47:00: ,598 [Michael Geers] Ja, das ist auch mega und einfach zu sagen, jede Stunde und so, ja, ja. [lacht]
00:47:06: ,918 [Luca Leicht] Schön. Ähm,
00:47:08: ,218 [Luca Leicht] du hast jetzt beschrieben, was, was, was ihr so, ähm, an, an Kunden habt, wie das grundsätzlich funktioniert. Und wir haben vorhin kurz angerissen, warum ihr das macht. Was ich noch nicht verstanden hab, ist – das mag jetzt vielleicht 'n bisschen blöd klingen – aber warum wurdet ihr nicht von irgendwie jemandem aufgekauft oder eure Software oder irgendwas? Oder gab's da auch schon vielleicht Übernahmeangebote? Weil das ist ja 'n, am Ende 'n absoluter Business Case. Ich kenn kaum einen E-Autofahrer, der irgendwie 'n Eigenheim hat, der nicht sagt: „Ich will genau das.“ Aber dann kriegt er 'n neues Auto oder sonst irgendwie und dann wird's halt schwierig.
00:47:43: ,758 [Michael Geers] Ja, also generell ist, also HEMS, Home Energy Management, das ist 'n Markt, ne. Also da gibt's auch-
00:47:48: ,578 [Luca Leicht] Riesig.
00:47:49: ,678 [Michael Geers] Genau, da gibt's auch kommerzielle Player, auch große, äh, auch, auch teilweise, äh, kommend aus anderen Industrien, ne. Also We-Wärmepumpenhersteller, die sagen: „Hier, wir gründen jetzt 'n Start-up und wir wollen irgendwie 'n HEMS-System bauen.“ Und-
00:48:01: ,458 [Luca Leicht] Genau.
00:48:02: ,526 [Michael Geers] Oder Autohersteller, die sagen: „Äh, wir verkaufen dir sowieso das Auto und dir fehlen 'ne Wallbox und haben wir noch irgendwie 'n Strom-, äh, -anbieterunternehmen irgendwie gegründet.“ Und, äh, die haben auch Interesse, dass das irgendwie miteinander funktioniert. Und das ist aus allen möglichen Bereichen, kommt da was. Auch, es gibt auch halt auch Player, die halt wirklich nur, nur, äh, so'n HEMS-, äh, -System bauen, ohne jetzt irgendwo direkt angedockt zu sein. Ähm, ja, also das, was uns halt wichtig ist, ist halt dieser Open-Source-Gedanke. Also dass alles das, was wir machen, äh, Integrationen, die wir machen, das ... Also wir haben schon Anfragen für Hardware gekriegt, wo wir halt hätten NDAs unterschreiben müssen, so nach dem Motto: „Ja, könnt ihr bauen. Wir zeigen euch die Schnittstelle, aber ihr dürft da nicht drüber sprechen“, wo wir dann sagen: „Ja, nett, dann endet das Gespräch hier.“ Weil wir werden das, wenn wir das bei uns in die Software bauen müssen, dann kommt das irgendwie in 'n öffentliches Git-Repos rein. Dann kann das jeder sehen, was da grade passiert. Und wir wären jetzt im Teufel tun, dass wir dann noch irgendwie 'ne Server-Durchleite-Schnittstelle machen, wo dann die Kommunikation auf, dann doch durch 'ne Cloud gehen muss, obwohl das eigentlich lokal bleiben könnte, ne. Das ist also nur, damit wir versteckten Code irgendwo, äh, bet-betreiben können. Und das ist, ähm ... Ja, also bei, bei klassischen Geschäften-- Also wir hatten schon ein paar Gespräche mit, mit größeren Firmen und oft ist es dann aber auch dieses Ding, wo dann dieses, diese, ja, die, die Offenheit oder dieses, ähm, wie wir darüber nachdenken, ähm, dann so'n, ja, 'n Punkt ist, wo man merkt, okay, das, das passt einfach nicht zueinander, ne. Und, ähm, durch das Modell, dass wir gesagt haben, wir wollen eigentlich, dass die Entwicklung von der Community getragen wird. Ne, ich hab ja schon gesagt, ich inzwischen, ich bin inzwischen in der Lage, mein, mein, mein, äh, gutes Entwicklergehalt, was ich davor hatte, jetzt wirklich durch die Einnahmen von dem Projekt zu ersetzen, was cool ist. Also mega. Hätte ich am Anfang auch gar nicht gedacht, dass das irgendwie so weit geht und so weit kommt. Aber das ist halt, äh, community-finanziert, ne. Also sind wirklich Leute, die EVCC benutzen, die uns dafür Geld geben. Wir sind dann nicht abhängig von irgend 'ner großen Firma und, äh, müssen da jetzt irgendwie vorsichtig sein, weil sonst irgendeine Partnerschaft oder so was, die wir mit irgend 'nem Unternehmen haben, dadrunter leiden könnte. Das ist, das ist das, was mich so motiviert, ne, wo du wirklich merkst, okay, das sind einzelne Leute, die sagen: „Jo, lauft weiter in die Richtung.“ Das, also auch wenn dann sagen die das auch so, so direkt. Ähm, macht einfach mehr von dem, was ihr da gerade tut. Find ich gut. Ähm, ja.
00:50:10: ,826 [Luca Leicht] Schön. Ähm, und jetzt von den Leuten, mit denen ihr euch dann auseinandersetzt, äh, oder setzen müsst, mit den Autoherstellern, Wallbox-Herstellern, Wechselrichter-Herstellern und so weiter, der Energiewirtschaft selbst. Ähm, wer macht euch da denn die meisten-- Also wer, wer legt euch die meisten Steine in den Weg? Kann man das so be-benennen? Oder was sind denn da auch diese Steine, die euch in den Weg gelegt werden? Weil müsst ja auf jede Software-Update beispielsweise auch reagieren irgendwie. Ich hab mir das mega angestrengt und vielfältig vor.
00:50:34: ,406 [Michael Geers] Pa-passiert, genau. Da haben wir auch Wechselrichterhersteller, wo dann, da wird irgendwie 'n Software-Update ausgerollt und auf einmal ist in dem Register, wo vorher der Ladestand drin steht oder wo vorher die Ladeenergie des Batterie, der Batterie drin steht, ist auf einmal die Entladeenergie drin, wo du denkst: „Äh, okay, was passiert denn jetzt grade? Jetzt macht das Ding irgendwie das Gegenteil von dem, was es machen soll.“
00:50:51: ,766 [Luca Leicht] Und auf alles rückwärts. Schon.
00:50:52: ,046 [Michael Geers] Wie auch immer. Also in der Regel ist das so, dass wir das dann irgendwie rausfinden, weil Leute das merken. Ähm, ich hab ja schon gesagt, wir haben auch Hersteller, die sehr nah an uns dran sind und uns teilweise auch schon vorher informieren. Das ist total cool. Wenn man's in Geräteklassen unterteilt, also in so Hausenergies-, äh, -systeme, würd ich mal sagen, so Hausspeicher, Wechselrichter. In der Regel ist das so, dass die, also dass sich da das auch, also ist guter Ton oder hat sich da durchgesetzt, dass die alle lokale und dokumentierte Schnittstellen haben. Das heißt, die sind in der Regel unkritisch. Die haben dann Eigenheiten, die man muss, muss man rausfinden, aber das kriegt man meistens ganz gut hin. Ähm, auf der Wallbox-Seite ist das meistens, ich hatt, wir hatten eben schon 'n paar Aus..., äh, Ausnahmen, in der Regel ist das eigentlich aber auch okay. Ähm, was halt schwierig ist teilweise, das bessert sich hoffentlich grade ein bisschen, ähm, ist, wenn man über Fahrzeugdaten spricht, ne. Wir haben, sind da eben noch gar nicht ins Detail gegangen.
00:51:44: ,586 [Luca Leicht] Ja, ich habe es befürchtet. [lacht]
00:51:46: ,566 [Michael Geers] Äh, ja, also d-das Fahrzeug hat an sich erst mal kein Netzwerkkabel, was man in das, äh, Ding reinsteckt, ne. Ich steck da jetzt vor meinen Ladeanschluss rein und alle, die schon mal an 'nem Schnelllader geladen haben, wissen, über dieses Ladekabel kann auch, können auch Daten übertragen werden, weil dann auf dem Display der DC-Ladesäule zum Beispiel auch mein eigener Ladestand aus dem Auto steht. Das heißt, mein Auto kriegt das irgendwie mit dieser Ladesäule, äh, zu sagen, wie voll das grade ist. Da gibt es auch Standards für. Ähm, äh, äh, ja, es gibt auch theoretisch Standards dafür, dass das bei so AC-zu-Hause-Laden funktioniert. Ähm, das ist aber, also wir unterstützen da auch Dinge, aber das ist eher die Ausnahme. Also e-es ist-- Ich kann leider nicht zu Hause hingehen, mein Auto an die Wallbox stecken und die Wallbox weiß, wie voll mein Auto ist. Da gibt es Szenarien, da gibt es Wallboxen, die dem Auto vortäuschen, dass sie ein DC-Lader sind, dann schnell den Ladestand lesen, dann sagen: „Nee, falsch, äh, war gelogen. Ich bin doch nur ein AC-Lader“, und dann ihren normalen-- Äh, also es gibt da Tricks und die machen das dann teilweise auch im Ladevorgang noch zwei, drei Mal wieder, um das dann irgendwie, äh, auch nachzuhalten. Das ist irgendwie nett, äh, aber befindet sich eher alles in der, ähm, wär cool, wenn das funktionieren würde, tut's aber nicht, ähm, äh, in dem Status. Ähm, das heißt, was wir effektiv eigentlich brauchen, wenn wir so Komforsachen machen wollen, also ich würd das in der Tat als 'n Bonus formulieren, ne. Also wenn dein Auto keine Sch..., Online-Schnittstelle hat, äh, da kann man auch einfach normales Überschussladen machen mit einfach die Wallbox wird gesteuert und fertig. Das, was ich eben meinen Schwiegereltern gesagt hab. Da ist das Auto nicht eingeretet. Die machen einfach Überschussladen mit der Wallbox. Die Wallbox weiß von keinem Auto. Ähm, wenn ich jetzt aber mehr will und sagen will: „Nee, ich will jetzt morgen früh, muss ich weiter weg, soll das Auto morgens auf 100% sein zu der Uhrzeit.“ Ähm, oder wenn ich's leer anstecke, soll es immer schnell geladen werden, auch wenn die Sonne nicht scheint. Solche, so Regeln kann man bei uns halt definieren und dafür müssen wir aber wissen, wie voll ist das Auto, ähm, weil wir halt wissen müssen, wie viel Energie sollen wir dem Auto noch zusätzlich geben. Ähm, das heißt, dafür brauchen wir Online-Schnittstellen und, ähm, es gibt einige Hersteller, die offizielle Online-Schnittstellen haben, die wir auch verwenden können. Ähm, die Menge dieser Firmen steigt, aber es ist in der Tat, viele Firmen haben das auch nicht. Ähm, also Autohersteller, die sagen: „Nee, äh, die Online, den Füllstand deines Autos darfst du als Besitzer dieses Autos einfach nicht online abfragen. Das kannst du vielleicht über deine App sehen, aber wir geben dir keine Programmierschnittstelle dafür.“
00:53:57: ,806 [Luca Leicht] Ich, ich, ich, ich wollt grad sa... Aber es gibt ja all diese Schnittstellen. Ich mein, es gibt-- Mir fällt jetzt spontan kein Autohersteller ein,
00:54:04: ,646 [Luca Leicht] bei dem ich nicht irgendwie 'ne App haben kann, wenn das Auto zumindest vernetzt ist. Also wir, wir haben ja grade hier im, im-
00:54:10: ,766 [Michael Geers] Ja, bei Elektro ist das ganz oft der Fall, ne, dass das-
00:54:12: ,166 [Luca Leicht] Genau, also unsere, unsere Alpine, die wir grade, die 290, das ist ein tolles Auto übrigens zu fahren, macht wahnsinnig viel Spaß. Die hat aber kein, kein Connected System jetzt in diesem, in dieser Ausprägung mit an Bord. Deswegen kann ich nicht irgendwie mit 'ner App nachschauen, wie das ist. Ähm, aber grundsätzlich weiß ich, es ist bei fast allen Autos halt eigentlich geht's. Das heißt, da gibt's diese Daten, die liegen irgendwo, die werden irgendwo hin übertragen und, äh, da gibt's ja auch, also auch schon diverse andere Projekte, die das dann,
00:54:41: ,806 [Luca Leicht] ich will jetzt nicht sagen hacken, sondern reverse engineeren, also, äh, nachvollziehen, was da für Daten sind, das dekodieren und dann abfangen und dann benutzen.
00:54:51: ,874 [Michael Geers] Ge-genau, das ist so. Ähm, das heißt also, i-in der Tat, wir haben, also wenn man bei uns auf die Seite guckt, sieht man auch, dass wir fast alle Hersteller, also nicht alle, aber viele Hersteller bei uns auch gelistet sind und wir da irgend 'ne Implementierung für haben. Und das ist ... ... wenn der Hersteller das anbietet, die offizielle Schnittstelle des Herbi..., äh, des, des Herstellers. Tesla, BMW hat inzwischen 'ne offizielle. Ähm, es is aber ab und an auch was reverse-engineertes, wie du schon sagst. Also wo Leute sich angeguckt haben, äh, also Hersteller sagten: „Nee, gibt's nich. An die da kommst du nich ran.“ Und Leute dann sagen: „Ja, das wollen wir doch mal gucken. Wir gucken uns mal an, [lacht] was so die iOS-App da macht oder die Android-App da macht und wie die die Daten von euren Servern kriegt. Und dann tun wir einfach so, als ob wir die App sind, ne.“ Da gibt es irgendwie in Home Assistant so Hausautomatisierung, da gibt's irgendwie Projekte für alle möglichen Hersteller. Und bei uns is das dann in der Regel auch so, dass wir da Anleitungen haben, wie du dann-- Das musst du in der Regel einmal einrichten, ähm, oder teilweise musst du auch nur deine Zugangsdaten da eingeben und dann tun wir einfach so, als ob wir die App sind, äh, dann auch über einen, einen Grauweg, würd ich mal sagen, wo wir schon wissen, okay, wenn der Hersteller was ändert, dann müssen wir auch was ändern, weil das halt keine garantierte stabile Schnittstelle is. Ähm, genau. Und das, das gibt es und da haben wir auch einige Integrationen von. Es gab jetzt, äh, um noch mal 'ne Geschichte zu erzählen, haben vielleicht auch einige mitgekriegt, weil der, der Konzern ja 'n bisschen größer is. Der VW-Konzern hatte, da haben wir bis, äh, Anfang des Jahres, äh, 'ne Reverse, die reverse-engineerte Schnittstelle, die eigentlich alle anderen Projekte auch benutzt haben, bei uns auch verwendet. Und die haben dann aber irgendwann gesagt: „Nee, wir haben da keinen Bock mehr drauf. Äh, wir, wir sperren die Schnittstelle oder machen das so schwierig, dass das eigentlich nicht nutzbar ist.“ Wir haben dann irgendwie Zertifikate und Dinge und, äh, dann geht das irgendwie, äh, äh, also sie haben de facto den Zugang für diese reverse-engierten Schnittstellen unter anderem auch für uns gesperrt. Es gab 'n sehr großen Aufschrei von der Community, also Leute, die so'n, die 'n VW haben und, äh, oder war nicht nur VW, auch Cupra und die Untermarken waren davon betroffen. Ähm, genau, das heißt, sie haben das dicht gemacht und, äh, wir mussten dann irgendwie nach alternativen Wegen suchen. Jetzt VW, also anders, äh, die Hersteller sind auch dazu verpflichtet, EU Data Act is irgendwie letztes Jahr verabschiedet worden von der EU, dass Connected Devices, dass du als Benutzer eines oder Besitzer eines Connected Devices, äh, eine Aus..., also da gibt's eine Erfordernis, dass der Hersteller dir die Daten, die du über die App siehst, auch in der gleichen Qualität und Verfügbarkeit, äh, oder Echt-Echtzeitartigkeit quasi auch direkt bereitstellen muss. Das heißt, VW hat so'n Transparenzportal gebaut, da kann man auf 'n Button klicken, dann kriegt man irgendwie so'n Zip-File 'n paar Minuten später von so 15 Minuten alten Daten. Wir haben dann [lacht] eine Automatisierung gebaut, die dann dieses Portal ... Also die läuft auch grade immer noch. Das heißt, darüber, äh,
00:57:17: ,914 [Michael Geers] äh, gehen wir jetzt so hinten rum, kommen wir dann doch auf die Daten. Das is aber Käse, ne. Das is ganz offen. Aus unserer Sicht ist das Käse, aus deren Sicht ist das wahrscheinlich-
00:57:23: ,614 [Luca Leicht] Es, es klingt total-
00:57:24: ,954 [Michael Geers] ... mega ineffiziente Variante. Ja, wie auch immer. Ähm, und was aber total cool war, is, äh, 'n paar Monate später is, äh, is Skoda auf uns zugekommen und hat gesagt: „Hier, wir hören von unseren Nutzern ganz viel, dass sie das eigentlich doof finden und sie hätten gerne, ähm, sie hätten gerne 'ne stabile Schnittstelle, die sie in EVCC, in Home Assistant, in ihren Projekten quasi, äh, in de..., in ihrer eigenen, äh, zu, in ihrem eigenen Zuhause benutzen können.“ Und die sind auf uns zugekommen und haben gesagt: „Was, was braucht ihr denn? Was würdet ihr euch denn wünschen an der Schnit..., an Schnittstelle?“ Ne, wir brauchen nicht, wir wollen nicht irgendwie die Scheiben hoch- und runtermachen können. Das is uns völlig egal, ne. Also jetzt für die EVCC fürs Laden is hauptsächlich den Ladestand wissen und noch ein, zwei andere Informationen irgendwie spannend, Reichweite anzeigen und so. Ähm, das heißt, wir hatten dann Gespräche mit denen und die haben dann innerhalb weniger Wochen, äh, 'n Update geschippt, äh, in 'ne neue App, die 'ne neue iOS- und Android-App rausgebracht. Und in dieser App warst du in der, äh, konntest du sagen: „Hier, ich hätt gern so'n, so'n API-Schlüssel.“ Da gab's 'n Button, dann wurde dir 'n Schlüssel angezeigt und diesen Schlüssel kannst du einfach bei uns in die Software eingeben. Äh, wir haben 'ne Integration dann für die gebaut, ähm, und damit haben wir 'ne stabile Schnittstelle und du musst den, glaub ich, einmal im Jahr aktualisieren oder so was, aber das ist total unkritisch, ne. Ähm, und genau, das heißt, sie sind auf uns zugekommen, die haben gesagt, hier, die haben Nutzerfeedback, Leute sagen, sie hätten das gerne, ähm, und was können wir denn da machen? Und ich hab ein bisschen die Hoffnung, dass, äh, sie da nicht der letzte Fall sind, der, der, der diesen Weg gegangen is. Das heißt, dass ... Wenn du genug Leute sagen, sie wollen das, dass das dann auch irgendwie geht.
00:58:44: ,514 [Luca Leicht] Aber jetzt muss ich fragen an der Stelle, das heißt, der Skoda als VW-Konzern-Tochter hat 'ne Schnittstelle
00:58:51: ,754 [Luca Leicht] und der Cupra und der VW und, und der Audi und der Porsche, die nich?
00:58:58: ,434 [Michael Geers] Ja, also, hmm, ich kann da gar nicht so viel zu sagen, aber ja. Also wir hatten direkten Kontakt mit Skoda und die Marken haben ja auch Freiheiten an der Stelle. Skoda war auch-
00:59:06: ,774 [Luca Leicht] Was offensichtlich gut is.
00:59:07: ,314 [Michael Geers] Ja. [lacht] Genau.
00:59:09: ,334 [Luca Leicht] Vielleicht, vielleicht hören uns auch der eine oder andere VW-, äh, äh, Audi-, äh, Cupra-
00:59:13: ,954 [Michael Geers] Wir haben von ganz vielen Leuten, die in diesen Konzernen arbeiten, auch schon direkt gehört und wir wissen, wir haben auch schon von Leuten, wo wir das Gefühl haben, die können da was dran ändern, positive Signale gekriegt im Sinne von: „Wir wollen, dass das mit euch geht.“ Das Problem is nur, dass da jetzt noch, noch wenig Verwertbares rausgefallen ist. Also ja, ich bin ho..., ich, äh, ich glaub, die Erkenntnis existiert bei ganz vielen Leuten, ne. Also viele der Leute, die in so Firmen arbeiten, haben auch 'n Elektroauto und haben auch 'n Eigenheim und auch 'ne PV-Anlage und die kennen diesen Use Case und so, ne. Aber ja, ich bin nicht ganz sicher, was dagegen steht. Ich hab Vermutungen, so, keine Ahnung, man kann die Daten auch, äh, als, als Unternehmen irgendwie so im B2B-Vertrag oder so was kann ich mir auch Unternehmensdaten pro API-Aufruf irgendwie kaufen, ähm, oder da irgendwelche Rahmenverträge machen. Ähm, ja, aber ja, das is aber nichts, was wir jetzt machen können und was wir machen wollen. Wir wollen jetzt nicht irgendwie 'n Datenbroker für
01:00:02: ,614 [Michael Geers] Autohersteller werden, wo dann EVCC-Nutzer sich irgendwie 'nen, 'nen Account bei uns klicken können. Das is irgendwie nicht, nicht das, wes-weswegen wir angetreten sind.
01:00:10: ,594 [Luca Leicht] Mhm.
01:00:10: ,554 [Michael Geers] Das heißt, wir, wir woll..., möchten eigentlich, dass derjenige, der das Auto besitzt, auch dann direkt von dem Autohersteller seine Daten kriegen kann und dass da nicht noch mal irgendwas zwischen ist.
01:00:18: ,934 [Luca Leicht] Ja. Wir müssen an die Zukunft gucken. Also wir haben kürzlich ja mit Markus Fent von The Mobility House, äh, gesprochen, ähm, zum Thema Mispel, also mit der,
01:00:26: ,494 [Luca Leicht] oh Gott, Marktintegration-
01:00:28: ,034 [Gerd Stegmaier] Ja, und Speicher und, äh, Fahrzeugakkus.
01:00:31: ,874 [Luca Leicht] Und, und Dingen wie Mispel. Wir verlinken das gerne noch mal in den Show Notes. Ähm, da geht's vor allem ums bidirektionale Laden. Das is ja eines dieser großen Zukunftsprojekte in Sachen, ähm, Elektroauto und Sektorkopplung et cetera. Ähm, wo geht's denn bei euch hin? Was ist bei euch jetzt ... Ich hab verstanden, ihr macht Heimspeicher, Wärmepumpen. Also ihr habt schon ganz viel, dynamische Stromtarife. Wo geht's bei euch hin? A-auch bidirektionales Laden, äh, Wetterprognosen sind so'n Thema, die, die, was immer wieder kommt. Also au-auch das oder wa-was kommt da?
01:01:03: ,286 [Michael Geers] Ja, genau, ist definitiv auch 'n Thema. Ähm, ich hab ja Hausspeicherladen schon, schon als 'n Use Case gehabt, ne, wo ich, äh, also ist auch bei mir im Einsatz, ne. Also wenn im Winter der Strom oft nachts oder am Wochenende günstig ist, dann ... Lädt man den, äh, den Hausspeicher voll, um dann irgendwie den Tag über, äh, von dem günstigen Strom quasi zehren zu können, der im Speicher ... Also wenn ich das Gleiche mit meinem Auto machen könnte und ich weiß, okay, das muss nicht die ganze Zeit auf, was auch immer, 80 Prozent voll da sitzen, sondern ich könnte auch das Haus damit betreiben oder ich könnte, was auch immer, auch, äh, wenn, wenn es finanziell irgendwie sinnvoll ist, äh, zu teuren Stunden dem, äh, dem Stromnetz, ähm, das irgendwie da Energie bereitstellen, dann, ähm, ist das natürlich was, was-- Also das wünschen sich Leute, die EVCC nutzen. Jetzt mit der Autogeschichte, das hängt noch an vielen Stellen, ne. Wir haben das Regulatorische, was du eben gesagt hast.
01:01:51: ,766 [Michael Geers] Ähm, viele Hersteller und wo, auch von Autos und Wallboxen sagen: „Ja, Ihre Fahrzeuge können das“, aber es sind dann Funktionen, die halt nicht freigeschaltet sind oder nur für bestimmte Pilotprojekte, die mit irgendwie Zertifikaten, was auch immer, abgesichert sind, die wir nicht haben, die auch nicht offen verfügbar sind, noch irgendwie geschützt sind. Ähm, wir haben da 'n bisschen Hoffnung, dass sich das jetzt irgendwie ändert, ähm, dass wir dann auch die Möglichkeit haben, diese Steuerung dann, ähm, dann zu übernehmen. Ähm, und generell, ähm, äh, Richtung Blick nach vorne, du hast eben auch Wetterdaten gesagt. Ähm, das ist bei uns grade 'n großes Thema. Das heißt, ähm, was wir, ähm, was der Kern von uns ist, ist halt wirklich die aktuelle Situation aufnehmen und darauf eine gute Entscheidung treffen, ne. Ist das Überschuss da? Lass uns gucken, wo soll der Überschuss jetzt irgendwie als Nächstes hin mit den ganzen Randbedingungen, die wir eben hatten. Was natürlich aber auch spannend ist, ist wirklich so mal ein, zwei Tage nach vorne zu gucken, ne. Wie glauben wir, dass sich der Strompreis entwickelt? Auch da gibt's Anbieter, die noch, äh, die dir Prognosen geben über das, was jetzt der, der Strommarkt hinaus quasi gibt, wo du weißt, okay, ja, äh, Wetterbericht sagt, wird super stürmisch. Wahrscheinlich wird's am Freitag noch mal deutlich günstiger und so. Ähm, das ist total spannend und da gibt's, äh, bei uns so 'ne, ich weiß nicht, ob, ob Arbeit-Arbeitsgruppe richtig ist, aber so'n, so'n Team, die sich genau diesem Optimierungsproblem so'n bisschen verschrieben haben. Das heißt, wir haben jetzt so'n, so'n, ist noch experimentell, aber Optimizer heißt es, äh, äh, das Ding bei uns, das Feature bei uns, würd ich mal sagen, ähm, wo wir uns 'n längeren Zeitraum in die Zukunft angucken und dann probieren, auf diesem weiteren Horizont, äh, noch mal bessere Entscheidungen zu treffen. So nach dem Motto: Das mag zwar sein, dass jetzt in den nächsten 24 Stunden gut wäre, das Auto heute Nacht zu laden, aber ich weiß, die Wahrscheinlichkeit, dass das übermorgen noch viel günstiger ist und ich brauch aber, weil ich hab irgendwie eingetragen, wie viel ich mit dem Auto fahren will oder so was. Ich brauch das jetzt gar nicht. Ich kann auch noch zwei Tage warten und dann ist es vielleicht noch günstiger. Ähm, genau, das, äh, das ist bei uns auf dem Zettel, dass wir uns darum auch Gedanken machen und dass da, wir da Algorithmen und, äh, Pläne quasi, äh, automatisch aktualisieren können, die der Nutzer dann irgendwie sieht und sagen kann: „Jo, äh, mach das mal nach diesem Ladeplan.“ Aber genau, das ist, äh, kann man sich angucken. Da, da passiert grade im, im Projekt 'ne ganze Menge. Ähm, genau, aber es ist noch nicht so, dass, dass das jetzt 'n ausgerolltes Feature ist, was man-
01:04:00: ,406 [Gerd Stegmaier] Ja.
01:04:00: ,546 [Michael Geers] ... einfach so direkt anschalten und benutzen kann. Aber da, da kommt einiges.
01:04:04: ,546 [Gerd Stegmaier] Wenn man jetzt auf Bidii guckt und das, was du vorher angedeutet hast, dass ihr im Kern bei vielen Autos nicht wisst, wie der Ladezustand ist, ähm, für bidirektionales Laden braucht man das aber unbedingt, oder? Das heißt, da gibt's schon noch neben den anderen Hürden auch noch diese Hürde, dass ihr eigentlich flächendeckend, äh, mit den Autos dann so kommunizieren können müsst, dass ihr, ähm, die auch wieder entladen könnt.
01:04:34: ,786 [Michael Geers] Genau, korrekt. Und bei dem Bidii-Bereich gibt's auch die zwei Lager, ne. Da gibt's einen, äh, VW-Konzern zum Beispiel, die gesagt haben: „Jo, unsere Autos können bidirektional, aber nur DC.“ Das heißt, die Wallboxen, die in der Regel vorm Haus hängen, sind nicht die Wallbox, mit denen man das machen kann, ne. Selbst wenn ich 'ne AC-Wallbox hab, wo Bidii ready oder was auch immer draufsteht, hängt es dann auch noch mal davon ab, was das Fahrzeug kann und wie das Fahrzeug damit spricht. Ähm, auf d..., in der DC-Welt ist die Kommunikation, äh, da, da geht das in der Regel, ähm, dass man das mitkriegt und die Wallboxen, die das dann können, also auch AC-Wallboxen, die mit AC-Fahrzeugen, also einer unserer Core-, ähm, -Kollegen quasi, hat zum Beispiel so eine Kombination zu Hause, also ein, äh, ein Renault 5, der kann irgendwie AC bidirektional laden und auch 'ne Wallbox, die das eigentlich könnte. Da scheitert es irgendwie an Zertifikaten oder an irgendwelchen komischen Regulierungen aktuell.
01:05:22: ,666 [Luca Leicht] Es, es gibt ja von der Mobility House diese Anwendung in Frankreich freigeschalten.
01:05:27: ,026 [Michael Geers] So wie du gesagt hast.
01:05:29: ,366 [Luca Leicht] Aber halt nur in, in einer sehr
01:05:32: ,546 [Luca Leicht] begrenzten, eingegrenzten Umgebung mit genau definierter Hardware. Ich glaub, auch der Stromtarif ist sogar, glaub ich, vorgegeben, den man exakt haben muss.
01:05:41: ,286 [Michael Geers] Genau, genau. Das sind diese-- Es gibt von diesem Leuchtturmprojekt, auch BMW hat in der Vergangenheit ja einiges gemacht. Ähm, und also die Fahrzeuge können das oft, ne, ähm, aber es ist halt kein generell aktiviertes Feature, wo wir einfach sagen können: „Hier, äh, sprecht da mal mit.“ Ähm, sobald das aber sich ändert und, ähm, genau, wir da, also es da auch offene Schnittstellen gibt, über die man das triggern und steuern kann, ähm, und dabei dann, äh, da gibt's auch rechtliche Rahmenbedingungen, die man einhalten muss, ne, dass, dass die natürlich auch, auch, äh, auch klar sind. Ähm, sobald das da ist, haben wir total Hoffnung, äh, dass wir das auch bei uns mit, äh, ins Projekt einbinden können und dann auch bidirektionale Use Cases, äh, gewinnbringend machen können, ohne dass man Teil von 'nem Pilotprojekt sein muss oder 'nen ganz speziellen Stromtarif hat. Oder das gibt's auch viel, ne, dass man seinem Energieversorger irgendwie die Schlüssel für sein Auto gibt, ne. Dass ich sag jetzt, Octopus Energy zum Beispiel oder Tibber, da kann ich auch sagen: „Hier meine Tesla-Zugangsdaten, ihr ladet mein Auto“, ne. Das wollen die total gerne, weil dann können die das irgendwie steuern und machen. Ähm, funktioniert meist ganz schlecht zusammen mit PV-Überschussladen und wir kriegen dann ganz komische Probleme, wenn der Stromanbieter sagt: „Ja, mag ja sein, dass du jetzt grade Überschuss hast, aber wir möchten das gerne heute Nacht um vier laden.“ Ähm, wie auch immer. Da stehen dann Interessen aufeinander. Ähm, aber ja, also da, da tut sich grade einiges in dem Feld und ich hab ein bisschen die Hoffnung, dass sich das auch, äh, in Richtung offen, äh, so tut, da-dass wir da Kontrolle haben.
01:07:00: ,606 [Gerd Stegmaier] Und siehst du da irgend'nen Zeithorizont realistischerweise, wo sich da was bewegen könnte?
01:07:06: ,466 [Michael Geers] Ja, ist 'ne gute Frage. Ich hab das Gefühl, dass-- Also als ich das Auto gekauft hatte damals, ich hab in der Tat auch gewartet mit: „Ah ja, eigentlich wird's 'n Auto, was bidirektional ist.“ Ist dann irgendwann einfach 'n Model 3 geworden, der ist ganz sicher nicht bidirektional oder die, äh, Tesla zeigt wenig Interesse an dem Thema. Ähm-
01:07:21: ,206 [Luca Leicht] Oder sie machen alles Vehicle to Grid. Äh, was sag ich, Vehicle to Load machen sie jetzt.
01:07:26: ,642 [Michael Geers] Ja, stimmt. Das stimmt, ja. [lacht] Und sie machen auch in den USA mit dem Cybertruck, kannst du, glaub ich, auch ve-vehicle-to-grid machen.
01:07:31: ,242 [Luca Leicht] Genau, also sie haben jetzt in, in Korea, ich hab, ich hab jetzt letzte Woche oder diese Woche, letzte Woche? Diese Woche. Diese Woche die Me..., äh, die, die Meldung geschrieben tatsächlich, dass für Korea, China die Model Ys-
01:07:42: ,902 [Michael Geers] Da gibt's 'n Adapter, ne?
01:07:43: ,302 [Luca Leicht] Ne, ne, das, genau, dass die das jetzt machen und, ähm, ich glaub, 3,2 kW Leistung. Und da die Model
01:07:52: ,782 [Luca Leicht] 3s ja auch nach Europa kommen aus Shanghai, also die Chinaproduktion, ähm, ist es jetzt absehbar, dass die das halt auch kriegen, weil die haben also-- Und dass das Model 3, das dann eben a..., und auch das Model Y, das in Deutschland produziert wird, auch irgendwann kommt, weil warum sollten die so viele unterschiedliche Softwarestände parallel betreuen und auch Hardwarestände verwalten wollen? Wär nicht so Tesla-typisch.
01:08:15: ,282 [Michael Geers] Ja, vielleicht, also vielleicht ist das so. Also ich, ich hab Hoffnung, dass ich, dass das einfach, äh, besser wird auf die Frage mit: Wann glaub ich, dass das kommt? Also ich wollte eben einleiten mit: Als ich das Auto damals gekauft hab, fühlte sich das an wie: Ja, nächstes Jahr kommt das irgendwie alles so mit, äh, dieses Jahr ist das Jahr von Linux auf dem Desktop, was so, ääähm, zumindest das Mantra meiner, meiner Jugend war, hätt ich fast gesagt. Ähm,
01:08:36: ,462 [Michael Geers] ich, man hört das halt immer wieder mit: „Ja, jetzt ist das irgendwie regulatorisch, hat jetzt die, äh, keine Ahnung, die Ampelregierung hat da jetzt die großen Weichen gestellt.“ Und jetzt ist es aber schon drei Jahre später und man hat das Gefühl, das ist irgendwie immer noch nicht da und jetzt hängt es an irgendeiner nächsten Stelle. Ich-- Von daher ist mein Optimismus ein bisschen ... [lacht] Er ist ein bisschen gedämpft worden über die letzten Jahre, äh, aber ich, äh, lass mich gerne eines Besseren belehren und, äh, überzeugen davon, dass das hoffentlich ein-- Also i-ich find, äh, da ist super viel Potenzial drin und ein, alle, die sich damit auskennen, sagen: „Ja, eigentlich, äh, muss, muss man tun.“ Ne? Also ich glaub nicht, dass es den Hausspeicher eins zu eins ersetzt, weil so was wie Standby-Strom und, äh, wenn das Auto dann einfach nur durch die Tatsache, dass es an ist, hat es einen sehr, sehr viel höheren Strom..., Grundstromverbrauch als so'n Speicher, der super dafür ausgelegt ist, einfach 24/7 durchzulaufen. Äh, genau, da wird's dann Use Cases brauchen, wo man sagt, da gibt's dann-- Also in diesen Pilotprojekten, die du gesagt hast, passiert das ja auch alles, ne, wo man sagt: „Okay, wir wecken das Auto auf, wir holen uns da jetzt irgendwie 20 Kilowattstunden aus dem Auto raus und speichern die vielleicht erst mal ins Haus um, um die dann da besser verfügbar zu haben.“ All-alle so Krams, äh, kann man sich alles überlegen und macht sicher auch alles Sinn. Ähm, oder wenn man netzdienlich unterwegs, bewegt man sowieso größere Energiemengen, dann macht das auch total viel Sinn. Ähm, genau. Da ist dann Vehicle-to-Home, Vehicle-to-Grid auch noch mal unterschiedliche Anwendungsfälle, aber ja.
01:09:48: ,982 [Luca Leicht] Mhm. Ich hätt, ich hätt noch 'ne System- oder, oder zwei systemische Fragen. Ähm, dein Anspruch, ich hab jetzt auch wieder mitbekommen, dass du das gerne alles dezentral haben möchtest bestenfalls, ähm, und dass das alles bei den einzelnen Leuten liegt. Wenn ich mir jetzt aber das Stromnetz, die ganze Energieversorgung anschau, dann ist es cool, wenn die dezentral ist, aber am Ende muss die ja irgendwie oder sollte die gesteuert sein, weil sonst macht da jeder, was er will. Und, ähm, dann ist es nicht unbedingt der gemeinschaftlich, gesellschaftlich beste Weg, ähm, um ans Ziel zu kommen, möglichst wenig CO₂-Ausstoß et cetera pp. Wir kennen die Themen, Netzausbau sparen. Brauch's nicht, aber trotz allem eigentlich einen echten Aggregator. Der könntet ihr ja im Prinzip zumindest mal, ihr könnt den mal zuliefern oder dem wiederum 'ne API oder was auch immer ermöglichen, dass der da eingreifen kann und das dann globalisierte betrachten, damit es wirklich
01:10:42: ,642 [Luca Leicht] was wird und das nicht so Insellösungen bleiben? Oder, äh, denk ich zu groß?
01:10:46: ,622 [Michael Geers] Ja, das ist 'n bisschen, 'n bisschen die, die Sicht, wie man drauf guckt, ne. Ähm, also es, es gibt auch Anbieter, die halt, also virtuelle Kraftwerke ist dann so der Begriff, ne. Also die Anbieter, die sagen, ich glaub, So-Sonnen, äh, ich glaube, Gert, du hast 'n Sonnensystem oder so. Ich glaub, die sind einer der ersten gewesen, die gesagt haben, wir bringen das alles zusammen und machen daraus dann irgendwie steuerbare Leistungen, die wir dann netzdienlich einsetzen können oder vermarkten können auch, äh, um da irgendwie Dinge mit machen zu können. In der Position sehen wir uns eigentlich nicht, ne. Ja, wir haben eben schon gesagt, wir haben dieses, dieses Feature, wo man sehen kann, wie viel, äh, die Leute laden. Das ist aber 'ne Einweggeschichte. Da reporten Leute was an unseren Server. Wir haben jetzt keine Kontrolle über diese Instanzen in keiner Art und das ist auch uns total wichtig, dass wir die nicht haben und die wollen wir auch gar nicht haben. Wir wollen jetzt nicht sagen, hier alle mal irgendwie nur noch halbe Leistung. Äh, das ist irgendwie, äh, ja, was, wo dann ja auch 'ne, also 'ne Macht drinsteckt, äh, die dann i-in beide Richtungen auch verwendet werden kann oder die auch missbraucht werden kann so rum vielleicht. Was, äh, ich eigentlich viel lieber hätte, ist, dass, ähm, die Signale und vor allem auch, also in der Vergangenheit, man, man merkt, dass die wi..., wenn du, wenn es wirtschaftliche Signale gibt, dynamische Stromtarife, sonntags ist der Strom total billig oder ist irgendwann negativer Strompreis, der durchgereicht, was auch immer. Ähm, das motiviert Leute, ne. Das motiviert auch Leute wirklich, dann sich noch mal 'n bisschen mehr in die, in so 'ne Optimierung reinzuknien, weil sie merken, ja, wenn ich das mache, dann kann ich aber im Monat 40 Euro, äh, spar ich dann einfach noch mal, wenn ich jetzt, äh, diesen Schritt auch noch mitgehe. Und, äh, in meiner, vielleicht ist die 'n bisschen zu optimistisch, das weiß ich nicht, aber in, in meiner Wunschwelt würd ich sagen, sollten wir den Leuten viel mehr von, äh, ja, von diesen Möglichkeiten geben. Ähm, wir hatten ja eben schon dynamische Strompreise. Da kommen wir schnell in so Stromtarifzonen, ne. Also irgendwie ganz Deutschland hat den gleichen dynamischen Strom, also den gleichen Börsenstrompreis. Das heißt, wenn der Strom günstig ist und alle Elektroautos anfangen zu laden, ist ganz offensichtlich, dass das jetzt irgendwie nicht die geilste Lösung ist, die man sich vorstellen kann, sondern dass das vielleicht total sinnvoll wäre, dass in den Regionen, da wo der Strom auch wirklich verfügbar und i-im Überschuss ist, da deutlich mehr Aktivität dann passiert, wenn der dann da ist, als in den Regionen, wo der Strom auch gar nicht irgendwie sinnvoll hinkommen kann. Das heißt, kein-- Also ich bin nicht in der Politik, ne, aber so was wie Preissignale, die wirklich vor Ort das abbilden, was auch wirtschaftlich sinnvoll wäre. Ich glaube, alles, was in die Richtung geht und, ähm, also wir haben eben schon dynamische Netzentgelte gehabt, die gehen ja schon in die Richtung, ne. Die kommen-- Das sind dann ja wirklich, äh, Stufenzonen, wo Leute, die das Netz vor Ort betreiben oder da dran sind, sagen: „Lieber mehr hierhin, lieber weniger dahin“, um da dann, äh, austarieren zu können. Ähm, genau. Und das, also das wäre 'n bisschen meine Wunschvorstellung, dass es dezentral bleiben kann, aber die, die, das Incentivierungsmodell vor Ort so ist, dass es das Richtige ist und dass die Leute auch wirklich davon profitieren, wenn sie dann da das Richtige tun.
01:13:30: ,902 [Luca Leicht] Mhm.
01:13:31: ,262 [Luca Leicht] Cool. Ich bin, ähm, ich, ich mag auch deinen Optimismus. Das ist gar nicht ironisch gemeint, sondern ich find, ich, ich find das, ich find das sehr schön. Das ist, äh-- Ich, ich hoff, du hast recht und du stimmst-
01:13:43: ,602 [Michael Geers] Ich weiß nicht, ob ich recht hab, aber ich find das total gut und wir haben halt so'n bisschen in die Richtung und wir hoffen, dass das funktioniert.
01:13:49: ,982 [Luca Leicht] Alles klar. Äh, ich, ich bin mit meinen Fragen durch. Hast du noch irgendwas, was wir vergessen haben? War's zu technisch an irgendeiner Stelle?
01:13:54: ,442 [Gerd Stegmaier] Nee, ich glaube, das war jetzt auch 'n schöner positiver Ausblick. Dann-
01:13:59: ,622 [Luca Leicht] Dann kommen wir zum, zum, zum Ende und das Ende, dem kann natürlich nicht fehlen, dass, äh, wir noch die A-B-Fragen stellen, auch an dich, Michael. Ähm, deswegen fangen wir direkt an. Du kennst den Podcast, du hörst ihn selbst. Ab und an bist du mehr der Typ Streaming-Dienst oder CD und Schallplatte?
01:14:14: ,522 [Michael Geers] Äh, Streaming-Dienst.
01:14:16: ,202 [Luca Leicht] Ferrari oder – jetzt hast, dass du Tesla fährst – aber Ferrari oder Tesla, wenn du's aussuchen darfst?
01:14:21: ,762 [Michael Geers] Ja, Tesla.
01:14:22: ,562 [Luca Leicht] Obwohl es 'n elektrischen Ferrari gibt, okay?
01:14:24: ,742 [Michael Geers] seufzt] Ja, ja, nee, ich würd den, glaub ich, nicht fahren wollen. Das ist, also ich bin ein Auto-als-Gebrauchsgegenstand-, äh, -Typ. Also dich, der, glaub ich, würde mir, glaub ich, mehr Stress bereiten, als, äh, dass er mir gefallen
01:14:36: ,222 [Michael Geers] würde.
01:14:36: ,882 [Luca Leicht] lacht] Das könnte sein. Ähm, Apple oder Google?
01:14:39: ,262 [Michael Geers] Apple.
01:14:41: ,742 [Luca Leicht] Okay, das heißt, du bist der MacBook-Entwickler? Ähm-
01:14:44: ,882 [Michael Geers] In der Tat, ja.
01:14:46: ,122 [Luca Leicht] Okay. Ähm, Loft in der Stadt oder altes Bauernhaus auf'm Land?
01:14:52: ,802 [Michael Geers] Uff.
01:14:53: ,042 [Michael Geers] Bei alt, ich mag, ich mag nicht so gerne alt und staubig, aber ich, ich sag mal, ich sag mal das Land, ähm, ja.
01:14:59: ,382 [Luca Leicht] Okay. Also das, das Loft auf dem Land, äh, äh, das-
01:15:01: ,302 [Michael Geers] Ja, das Loft auf-- Genau, wenn man das kriegen kann, würde ich das Loft auf dem Land nehmen, ja.
01:15:04: ,102 [Luca Leicht] lacht] La-la-lassen wir so stehen. Ähm, Auto oder Fahrrad?
01:15:08: ,282 [Michael Geers] Ja, Fahrrad.
01:15:10: ,702 [Luca Leicht] Okay. Ähm, wenn du dann doch Auto fährst, vorne oder hinten?
01:15:14: ,742 [Michael Geers] Vorne.
01:15:15: ,942 [Luca Leicht] Bist du 'n guter Fahrer?
01:15:16: ,042 [Michael Geers] seufzt] Ich bin schon viel Auto gefahren, von daher würd ich sagen, ich bin wahrscheinlich ein okayer Fahrer, ja.
01:15:25: ,702 [Luca Leicht] Ein, ein okayer Fahrer. Das ist, das ist-
01:15:26: ,142 [Michael Geers] Nein, also ich, ich, ich würde mich als guten Fahrer einschätzen. Ich kenn aber auch die Statistik, dass alle Leute sagen, dass sie bei weitem schlecht gut Auto fahren.
01:15:32: ,782 [Luca Leicht] lacht] D-d-dann ist dem nichts hinzuzufügen. Ähm, in Sachen Datenschutz und AGBs bist du mehr der Typ Aluhut oder Accept all?
01:15:43: ,882 [Michael Geers] Auf jeden-- Also doch, ich würd eher, eher die Aluhut-Sache sagen. Ähm, aber Accept all klick ich eigentlich nicht.
01:15:49: ,202 [Luca Leicht] Okay, das heißt, du liest das wirklich durch-
01:15:51: ,522 [Michael Geers] Nein, ich les das nicht alles, aber es ge..., also, es sind ja auch 'n paar gute Dinge – und mein Optimismus wieder – in der EU passiert. G-GDPA, das, was man tracken kann, ohne dass der Nutzer deine Einverständniserklärung gegeben hat, ist deutlich eingeschränkt worden. Das, äh,
01:16:05: ,642 [Michael Geers] also das macht 'n Unterschied, ob ich den Alles-akzeptieren-Button oder den Nur-das-technisch-Erforderliche klicke, weil, weil da halt Strafen dran hängen und das find ich total cool, ähm, dass es zumindest in Europa, ähm, eingeführt wurde, obwohl mich die Cookie-Banner und wie das technisch gemacht ist, nervt mich ganz viel dran. Also ich komme aus dem E-Commerce-Bereich. Da haben wir, also da hatten wir großflächig mit-
01:16:22: ,062 [Luca Leicht] Dein, dein Urlaubsgeld wurde mal von Cookie-Bannern bezahlt, äh-
01:16:25: ,362 [Michael Geers] Das weiß ich nicht, aber, äh, ja, also irgendwie, ich, ich mag Cookie-Banner nicht, aber ich mag die Idee, die dahinter steckt, zu sagen: „Nee, wenn der Nutzer nicht gesagt hat, dass das, dass du das möchtest, dann dürfen wir jetzt nicht 15.000 Werbe-Cookie-Netzwerke mal kurz auf den, äh, mit JavaScript auf dieser Webseite loslassen, sondern nur, wenn der gesagt hat: „Ja, passt schon.“ Also doch, ja, ich bin optimistisch, äh, w-w-wohlwissend, dass trotz dessen auch noch 'ne ganze Menge Quatsch passiert.
01:16:51: ,422 [Luca Leicht] Okay. Ähm, in Sachen Wunschadrenalinpegel bist du mehr der Typ Motorradfahrer oder entspanntes Fliegenfischen?
01:16:59: ,342 [Michael Geers] Ja, auf jeden Fall nicht Motorradfahrer. Eher, eher die Spannung.
01:17:03: ,582 [Luca Leicht] Äh, Star Wars oder Star Trek?
01:17:05: ,582 [Michael Geers] Oh. Darf man passen hier? [lacht] Ist beides nicht meins.
01:17:09: ,202 [Luca Leicht] Mit, mit, mit deinem Ausbildungshintergrund würde ich sagen nein, aber, ähm ...
01:17:13: ,642 [Michael Geers] lacht] Ja, das ist, also der, der, der, ja, der, der Sci-Fi-Part, solange er nicht hart ist, der hat mich nie er..., nie erreicht.
01:17:20: ,422 [Luca Leicht] Okay, okay. Ähm, Kaffee oder Tee?
01:17:24: ,802 [Michael Geers] Kaffee.
01:17:26: ,822 [Luca Leicht] Steak oder Falafel?
01:17:28: ,662 [Michael Geers] Falafel.
01:17:29: ,002 [Luca Leicht] Und Nachteule oder Lerche?
01:17:32: ,102 [Michael Geers] Uff, eher Nachteule.
01:17:35: ,982 [Luca Leicht] Alles klar. Michael, ähm, das war's auch schon. Ähm, ich hab viel gelernt, viel mitgenommen und, ähm,
01:17:42: ,522 [Luca Leicht] muss gucken, ob ich noch 'n alten Pi finde und, äh, glaub ich, das jetzt na-nachspielen und nachbauen. Ich hoffe, euch da draußen geht's ähnlich. Ihr habt was mitgenommen. Ich find's nach wie vor 'n sehr, sehr cooles Projekt, äh, das der Michael da mit seinen, mit seinen Kollegen und der Community umsetzt. Ähm, ich weiß nicht, wie's dir geht, Gerd.
01:17:58: ,202 [Gerd Stegmaier] Bald Raspberry Pi kaufen, ja.
01:18:00: ,522 [Luca Leicht] Ich, ich, ich, ich, ich warte schon auf den Anruf von Gerd die Tage. Ähm, und mich würd's vor allem interessieren, wie's euch gefallen hat, was ihr dazu denkt, ob ihr jetzt auch euch, ähm, 'n Pi zulegt und bisschen basteln wollt oder, ähm, ob ihr noch Fragen an den Michael habt. Deswegen schreibt uns gerne an podcast@move-magazin.de. Ansonsten natürlich in die Kommentare bei Spotify, YouTube, iTunes und wie's alles, äh, funktioniert. Wisst ihr, wie's geht. Teilen, liken nicht vergessen und ansonsten sag ich noch mal vielen Dank, Michael. Ähm, vielen Dank, Gerd. Und dann an euch da draußen noch mal vielen Dank fürs Dabeisein und tschüss. Bis zum nächsten Mal.
01:18:31: ,842 [Gerd Stegmaier] Danke, ciao.
01:18:31: ,242 [Michael Geers] Danke euch. Bis dann. Ciao. [Outro-Musik]