Der New Mobility Podcast von auto motor und sport
Luca Leicht: MOVE, der New Mobility Podcast von AUTO, MOTO und SPORT. Hallo und herzlich willkommen zu MOV, dem New Mobility Podcast von Auto, Motor und Sport. Mein Name ist Luca Leicht und heute an meiner Seite ist mein Chef, unser Mobility und Multimedia Ressortleiterchef. Sag selber wer du bist, Patrick.
Patrick Lang: Egal, dein Chef, das reicht hier.
Luca Leicht: Okay, das soll uns für heute reichen, vor allem auch deswegen vielleicht, weil wir heute eine der deutschesten Angelegenheiten besprechen wollen, die es überhaupt gibt. Und ja, wir sind im Schwabenland hier in Stuttgart, aber es geht nicht um die Kehrwoche. Und es geht auch nicht darum, die Liege aufs Handtuch zu legen, um irgendwas zu reservieren. Und esgeht auch nicht um Bier. Mein Chef sitzt hier auch, könnte man auch schon machen, weil es ist Viertel nach Zehn. Vielleicht später. Es geht um das Thema Recycling. Genauer geht's um das Thema Batterierecycling, und auch wenn der eine oder andere glaubt, dass wir als Deutsche die intergalaktischen Vorreiter der Mülltrennung sind und eigentlich alles in der Sache haben, den Führungsanspruch und so weiter, wenn man auf die Zahlen schaut, sieht man, dass China beispielsweise 500 Tonnen recyceln kann, was Batteriematerial angeht, und Europa nur 200.000 Tonnen. 500.000 und 200.00 Tonnen, und ... Dann ist die Frage, sollten wir in Europa doch wieder einmal erneut den Kopf in den Sand stecken und einfach nichts tun und es über uns ergehen lassen? Ich glaube, dass das nicht der Fall ist und ich glaube unser heutiger Gast sieht das genauso. Er ist nämlich unter anderem Gründer von Neurocanary mit seinen Kollegen zusammen und entwickelt innovative Konzepte, wie man Akkus recyceln kann. Das ist im besten Fall umweltfreundlich und ist vor allem schon seit, ich glaube, über 15 Jahre in dieser Branche und weiß deswegen sehr sehr sehr viel. Christian Hahnisch ist der Name und deswegen sage ich Hallo, herzlich willkommen, Christian, schön, dass du die Zeit genommen hast und heute hier dabei bist. Guten Morgen. Darf ich mich vorstellen, dass du gesagt hast? Genau, am Anfang darfst du dich selber kurz vorstellen, wer du bist, was du bisher getan hast, wie du da gelandet bist, wo du bist und was dich dann so persönlich ausmacht.
Christian Hanisch: Wie du schon gesagt hast, den Kopf in den Sand stecken sollten wir nicht. Ich komme aus der Landwirtschaft und wollte immer was mit Nachwachsenen und Rohstoffen erneuerbaren Energien machen, habe deswegen Verfahrenstechnik an Theo Braunschweig angefangen zu studieren nach meiner landwirtschaftlichen Ausbildung und bin dann hineingerutscht ins Batterierecycling, weil sich schon 2008, 2009, andeutete, dass das ein ganz interessantes Thema sein könnte. Und dass eben wirklich wertvoll Rohstoffe in der Batterie verarbeitet sind, die man ja auch wieder da reintun kann. Daraufhin haben ich und ein paar Promotionskollegen damals eine Firma gegründet, die Line Engineering hieß, und Batterie Recyclingverfahren entwickelt. Und über mehrere Zwischenstationen vom teilweise aktiven Recycler sind wir jetzt dazu gekommen, die Technologie noch weiter zu entwickeln, mit der Firma Nocaneri und Maschinen und Anlagen zum Batterierecycling zu bauen. Und das fängt bei uns an, indem wir die Batterien, die dann letzten Endes das Ende ihres Lebens irgendwie erreicht haben, mit einer Anlage, speziellen Anlage sehr sicher zu entladen. Damit sie dann ihre Energie auf dem letzten Weg losgeworden sind und sich einfacher verarbeiten lassen. Und dann haben wir auch einen effizienten Weg gefunden, diese Batterien zu zerkleinern und die Rohstoffe daraus zu sortieren.
Luca Leicht: Okay, wieso bist du nicht direkt irgendwo eingestiegen, sondern hast gegründet? Du hast ja auch nicht nur einmal gegründen, sondern du bist ja ein multipler Gründer in dem Bereich.
Christian Hanisch: Zuallererst vielleicht mal, weil die Grundidee, dass ich meinen Job überall mit hinnehmen kann, ehrlich gesagt, sehr egoistisch. Das hat bedingt funktioniert, dass mich mein Job dann vielleicht an den einen oder anderen Ort etwas gefesselt hat sogar, vielleicht mehr als eine abhängige Beschäftigung. Aber ja, ich bin ja irgendwo eingestiegen zunächst an der Universität, Das hat sehr gut funktioniert. Mit ganz tollen Leuten, von denen ich viel gelernt habe, haben wir da geforscht. Und das war durchaus in eine Infrastruktur und in ein Team eingestiegen, was da war, wo man etwas entwickeln konnte, mitentwickeln konnte. Und das hat auch ganz, ganz viel Spaß gemacht. Und dann haben sich Situationen ergeben in unserem ersten Vorhaben und im Forschungsprojekt. Da wollte ein großes Konsortium-Recyclingverfahren verwirklichen. Aber das wäre dann ein Konsortium aus gedacht erst mal vielleicht sogar fünf Unternehmen gewesen, die alle ganz hervorragende Einzelqualifikationen hatten. Vielleicht nicht das gleiche Ziel und auch nicht die gleiche Struktur, die das möglich gemacht hatten. Also ein ganz großer Konzern, Autolivist war dabei. Was waren das denn?
Luca Leicht: Was waren das denn für Unternehmen, darf man das sagen? Kann man das disclose?
Christian Hanisch: Natürlich, das war in diesem Forschungsprojekt LITUREK, da waren tolle Firmen dabei. Europas größter Elektro-Sport-Gezykler, Elektrocycling, in Goslar-OKA gesitzt sind. Und die allerdings dann doch eher mittelständisch geprägt sind. Dann Volkswagen oder Audi, die dann doch Konzerne sind. Und dann Schienieunternehmen dabei, HC Stark, auch aus der Region Goslar, die damals Batteriematerialien gemacht haben. Die Firma Chemetal, die zwischendurch von der Firma Rockwood Lithium übernommen wurde. Jetzt heißt es Alba Moll. Die sich um Lithium gekümmert hat. Also viele Firmen und Universitäten, die ihre Spezialqualifikationen hatten. Universitäten waren dabei die Uni Münster, die absolutes Batterien-Ohrhardt Howard und die TU Braunschweig, die im Bereich Verfahrenstechnik von Batterien super ist und auch inzwischen sehr gut in Batterie recyceln. Und die haben alle ihr Wissen einen Tropf geworfen und einen Prozess, den sogenannten Litorec-Prozess entwickelt und das Ziel war damals tatsächlich, das in einem großen Konsortium zu machen, zu verwirklichen. Da haben wir uns auch mit engagiert. Es hat sich allerdings vielleicht abgezeichnet, dass Hier, ähm... Um ein großes Schöntwenz zu gründen, noch mehr als ein gemeinsames Ziel und das Know-how notwendig ist, sondern damit etwas so richtig schön organisch zusammenwächst. Da ist es schwierig, wenn fünf Unternehmen in verschiedenen Heerarchiestufen und verschiedener Größenordnung sich zusammenfinden müssen. Und irgendwie hat mein damaliger Kollege... Martin Schönitz, dann haben wir gesagt, dann machen wir es doch selbst. Dann haben wir halt versucht, das selbst zu machen.
Luca Leicht: Und dann habt ihr das ganze alleine gemacht, das Thema, und dann ist es dann passiert.
Christian Hanisch: Ja, dann haben wir das Thema weiterentwickelt neben anderen Geschäftsfeldern, haben teilweise auch eine Investition gekriegt und das einmal aufgebaut. Das hat dann ganz gut funktioniert und jetzt haben wir uns mit mehreren ehemaligen Kollegen zusammengefunden und die funktionierende Technologie noch weiterentwickelt und vielleicht sogar noch mal neu aufgestellt mit den Erfahrungen aus den Forschungsprojekten damals, aus der Praxis. Hier und da können wir noch kleine Bestellschrauben besser machen, teilweise können wir auch Verfahren ganz anders aufsetzen. Dann müsste das in der Industrie, in der Anwendung große Vorteile haben, wie beispielsweise eine saubere Prozessierung, sodass man keine Emissionen hat, dass man effizienter und schneller arbeitet. Und insgesamt sicherer erarbeitet. Eine Summe vieler Stellschrauben ergibt dann wahrscheinlich doch ein optimiertes Produkt oder optimierte Produktgruppen.
Patrick Lang: Also, ich glaube, insgesamt, deutscher wird's wirklich nicht mehr heute, Recycling und Maschinenbau. Und Chemie. Und Chemies, das geht echt gut zusammen. Bevor wir in die Details gehen der Prozesse, die du schon mal aufskizziert hast, kannst du uns einmal erläutern für alle, auch unsere Zuhörer, die sich jetzt noch nicht so richtig viel drunter vorstellen können, wie sieht denn so ein Recycling-Prozess einer Batterie überhaupt aus? Also was passiert da Schritt für Schritt? Was kommt erst mal bei euch an? Muss ich irgendwas spezielles vorbereiten? Dann wird geschreddert. Was passiert dann mit dem Material? Welche Eigenschaften hat es noch? Und was haben wir dann und was können wir eigentlich damit machen?
Christian Hanisch: Derzeit bei No Canary kommt erst mal gar nichts an, aber bei unseren Kunden, weil wir die Anlagen dafür brauchen. Bei unseren Kunden kommt erst einmal eine Batterie, die mehr oder minder verpackt ist, an. Das ist ganz wichtig zu wissen, weil das schon mal ein Arbeitsschritt ist, die aus der Verpackung, die mehr oder weniger standardisiert ist, herauszubekommen. Denn Recycling ist ja... Eine Dienstleistung und man nimmt seinem Kunden Problemen ab und der verpackt seine Probleme nicht immer so, wie man das gerne möchte. Insofern hat man beim Verpacken auch manchmal mehr Spaß, man kennt das vielleicht, wenn man Geschenke kriegt, der eine oder andere verpackte seine Geschenken aufwendiger und Dann, hab an! Tatsächlich der Recycler auch noch das ganze Geschenkpapier oder die Verpackung. Irgendwo muss er die hintun. Hoffentlich gehen sie zurück, werden wiederverwertet. Manchmal auch nicht. So, dann packt man die aus. Dann guckt man sich die Batterien an. Sind die noch gut oder sind sie gefährlich? Kann ich sie einfach so wegstellen oder muss ich da vielleicht sofort sicheren Maßnahmen einleiten? Denn wir haben sie ja im Recycling nicht mit standardisierten Produkten. Meistens nicht mit standardisierten Produkten zu tun, die unbedingt noch weiterverwertet werden können. Denn es gibt einen Grund, warum diese Recycler-Materialien bei dem Kunden von uns, dem Recyler, auf dem Hof landen, weil die irgendwer anders nicht mehr haben möchte. Wenn derjenige, der sie abgeben würde, darin noch einen großen Wert sehen würde, den er sofort heben könnte, dann hätte er sie wahrscheinlich nicht weggeschickt. Und dann können es natürlich irgendwelche Testbatterien sein, die ... Die durchaus auch eine gewisse Gefahr ausstrahlen, weil man nicht genau weiß, was damit passiert ist vorher. Muss man also einmal angucken, bewerten, sind die jetzt gut, dass ich die ins Regal stellen kann, Außenregal, oder muss ich da gleich versuchen, die Batterien zu entladen? Und dann lagert man sie entweder erstmal weg, oder man entlädt sie, um, wenn die die Batterien wirklich dämmen. Untergang geweiht sind dass sie auf ihre materialien reduziert werden oder nachher neu batterien zu werden entladen zu werden vielleicht der ein oder andere guckt sich die batterien nochmal an und testet sie kann ich wirklich sind die wirklich alle kaputt oder kann ich mit den einzelteilen dieser batterien vielleicht auch mit den batterien modulen batteriezellen dann doch noch was anfangen die nun mal wieder verwerten das wäre ein zu wünschen dazwischen schritt der nicht immer erfolgt manchmal sagt derjenige, der den Entsorgungswillen auch hat, bitte diese Batterie, die kommt jetzt aus dem Prototyp, die musst du leider in den Schredder stecken und dann wird diese Batterie einfach verarbeitet. Das erfolgt wie gesagt durch eine Tiefentladung, dann wird die Batterie auf einen speziellen Entladeplatz gelegt, da drüber ist eine Wärmebildkamera und bekommt sie einen speziellen Stecker, damit sie entladen werden kann. Dieser Stecker oder die batteriseitigen Kabel dieses Steckers, die werden so angebracht, dass sie das Batteriemanagementsystem und die Schütze überbrücken, damit diese Sicherheitsmaßnahmen der Batterie nicht mehr mitspielen können oder den Tiefentladeprozess nicht mehr aufhalten können. Denn die Batterie möchte ja normalerweise nicht unter ein bestimmtes Niveau entladen werden. Das machen wir aber ganz gezielt. Deswegen gucken wir währenddessen mit ein, zwei Wärmekameras pro Batterie darauf und entladet die Batterien dann vorsichtig. Normalerweise so mit 0,5 C. Innerhalb von 2 Stunden, wenn die Batterie vollgeladen wäre. Und wenn man die Batterie dann etwas besser kennengelernt hat, dann kann man es auch schneller machen. Und achtet dabei auf Temperatur dieser Batterie, bis sie dann 0 Volt hat und dann schließt die Anlage diese Batterie kurz. Er sagt dem Bediener Bescheid nach einer gewissen Zeit und dann kann er die auch kurz schließen und ins Lager tun. Dort verbleibt sie dann in den allermeisten Fällen, bei uns auf jeden Fall, für 24 Stunden, damit sie noch so ein bisschen abklingen kann, denn die Batterie ist, wenn sie einmal tief entladen ist, noch nicht ganz am Ende ihrer Fähigkeiten, die letzten Ionen, die suchen noch ihre Plätze und deswegen muss sie noch 24 Stunden kurz geschlossen bleiben. Währenddessen im Lager. Nach 24 Stunden holt man sie aus dem Lager heraus und kann sie dann, wenn man ein ganzes Pack hatte, demontieren. Wenn man sowieso schon Module hatte, dann braucht man sie nicht mehr zu demontiert. Das ist dann ja ein meistens händischer Prozess mit Hilfe von Werkzeugen natürlich, sodass man die Batterie einerseits so ein bisschen auseinandersortiert, was einfach auseinander sortierbar ist. Das sind ja wertvolle Bauteile und wertvolle Materialien. Kann man schon so ein bisschen vorfraktionieren und das, was nicht mehr ökonomisch auseinandersortierbar ist, das kann dann tatsächlich den Weg über ein Förderband oder einen Aufzug in einen schneller angehen.
Luca Leicht: Aber ich muss vor dem Schredder noch mal kurz fragen. Das heißt, da werden dann die ganzen Bassbars, die Kabel etc. Das wird quasi vorher runtergeglaubt, weil das ja dann häufig teures, wertvolles Kupfer ist oder wenigstens Aluminium. Und dann die Module im Idealfall. Du hast schon gesagt, das ist dann Handarbeit. Also für mich klingt das so, als wäre da ein automatischer Prozess maximal ausgeschlossen bei der ganzen Geschichte allein schon automatisch oder automatisiert. Die Batterie zu brücken, am Schütz vorbei, am PMS vorbei, die sind ja auch in der Regel so aufgesetzt, die Batterielgehäuse etc., dass das nicht jemand aus Versehen mal geschwind macht.
Patrick Lang: Und es ist immer eine andere Batterie, wenn ich's richtig verstand...
Luca Leicht: Genau, und das nächste ist, muss es dann auch immer die gleiche Batterie sein, die da bei euch, die da in so einem System ankommt. Also kann dann diese Recyclinganlage wie der Produktion nur die Batterie für den Nissan Leaf bauen oder auch rückbauen, aber dann kommt die i3-Batterie, die alte, dann heißt es so, ja, nee, danke.
Christian Hanisch: Also ich muss sagen, dass wir das jetzt auf jeden Fall nicht vorgesprochen haben, dass es nämlich ganz witzig ist. So ein Thema, wo ich oft darauf angesprochen werde, oder wir. Und wir haben da so aus der Recycling-Praxis unsere tatsächlich Meinung, die in deine Richtung geht, dazu. Also zuerst, ja, was, was und so weiter runterzusortieren, ist wünschenswert und sollte erfolgen, womöglich. Wir entwickeln uns allerdings jetzt gerade im Batteriedesign tatsächlich doch stärker zum Celtopec oder dann irgendwie vielleicht zum Celto Chassis. Dann wird das irgendwann schwieriger. Die Batterien werden nämlich mit ihrer Evolution tatsächlich nicht recyclingfreundlicher. Design for recycling ist auch immer ein bisschen ein schwieriges Thema, weil die sollen ja Design for life haben letzten Endes und die Dinger möglichst lange halten und dann auch noch möglichst sicher sein, das verstehe ich. Allerdings gibt es dann doch Batteriegeometrien, die aufgrund von Packungsdichte und wahrscheinlich vieler positiveren Faktoren, Steifigkeit usw., maximal schwierig zu reparieren sind. Das ist immer das Erste und damit auch schwierig zu demontieren. Okay, müssen wir mit leben. Kann aber sein, dass wir dann in Zukunft tatsächlich Schredder brauchen, die ganz große Strücke fressen können. Also die dann Zeltopec auch zerkleinern müssen und dass dann diese Materialien, die Kupfermaterialien, dann später aus dem Zerkleinungsgut raus sortiert werden müssen. Wo es geht, sollte man das machen. Es bezahlt sich wahrscheinlich auch von selbst dieser Schritt und macht diese anderen, die weiteren Schritte dann einfacher. Je weniger man den Schritte reinschmeißt, desto weniger verbrauche ich auch, desto mehr Material vermische ich, was ich danach sortieren muss und desto weniger Abnutzung habe ich auch am Schritte natürlich. Das ist auch. Punkt und bin natürlich auch schneller, ich sehr zerkleinert.
Luca Leicht: Schau, da ist die Mülltrennung.
Christian Hanisch: Schon wieder Mülltrennung. Automatisierung, auch schwieriges Thema, ein gutes Gleichnis meines Ratners Benjamin ist immer, solange man die Batterien noch nicht total vollautomatisch zusammenstecken und assemblen kann, ist ein Disassembling von Recyclingbatterien auch noch einen ganzen Schritt weiter entfernt. Denn ja, klar. Werden ja wohl hoffentlich nicht die Batterien produzieren und direkt von der Produktion so stabilisiert, wie sie aus der Produktion kommen, direkt wieder ins Recycling fahren. Dann fehlt ja das Leben dazwischen. Das ist ein Punkt. Das würde eventuell tatsächlich funktionieren, eine Recycling-Anlage, eine automatisierbare Recyling- Anlage direkt bei VW hinter das Werk zu stellen. Aber wie gesagt, das Leben fehlt dann und das ist ja ganz wesentlich. Insofern wird ein Recycler dann wahrscheinlich eine große Varianz an Batteriesystem bekommen erstmal. Und die haben auch verschiedene hinter sich. Und dann hat man vielleicht einzelne Produktionsprozesse im SMW, die tatsächlich noch manuell gemacht werden. Wenn man biegischlaffe Teile hat und so weiter, dann ist das immer ein bisschen schwierig. Und daher wird derzeit tatsächlich noch Fan des Menschen in dieser Anwendung, weil er relativ intelligent und adaptionsfähig ist. Dass die Aufgaben derzeit noch ziemlich zügig gemeistert kriegt. Also dass es dann eher manuell ist. Die Demontage sehen wir derzeit in der Praxis tatsächlich noch. Man muss gucken, es passiert so viel, gerade in der IT. Vielleicht überholt es mich das dann doch bald. Derzeit wünsche ich das noch tatsächlich mit sehr fähigen Mitarbeitern, guten Demontage-Hilfen ausstatten, guten Anleitungen und dann variabel auf das reagieren, was da kommt tatsächlich.
Patrick Lang: Ich hab lauter Ethan Hanz vor meinem inneren Auge, die so eine Bombe entschärft. So fühlt es sich ein bisschen an.
Christian Hanisch: Das ist tatsächlich, vor der Entladung passiert das, ja, aber wenn wir den Deckel das erste Mal öffnen und die Entladungen dran machen und wir kennen das noch nicht, dann ist es vielleicht ein bisschen so, aber nachdem wir die Batterie entladen haben und freigemessen haben, ist es dann tatsächlich keine Bombe mehr, dann ist es ein mechanisch lösbares Demontagen-Problem, ja. Wenn man jetzt die Module noch weiter, wenn man sie nicht entlädt vorher. Muss man schon sehr, sehr große Vorsicht erhalten lassen, das ist richtig.
Luca Leicht: Aber genau, zum einen Punkt sehe ich damit wenig Chancen, dass das in Europa passiert. Lohnkosten und so, auf der einen Seite. Oder seltener, schwieriger, teurer. Und auf der anderen Seite, was macht man denn aber mit diesen Batterien, die dann beispielsweise irgendwie eine Beschädigung haben? Also das PEC hat eine Beschätigung und irgendwelche Brücken innendrin, weil die einzelnen Zellen nicht mehr gut angesteuert werden können, weil die halt irgendwas haben. Dann kannst du die ja im Zweifel auch gar nicht mehr sauber entladen, oder? Oder nach Sonne. Da drin in deinem bunten Mix an Zellen noch so zwei, drei Knalltüten oder Wundertüten, die dann richtig viel Spaß machen. Oder wie darf man sich das vorstellen?
Christian Hanisch: Ja, da kommt das, was ich vorher gesagt habe, so ein bisschen zum Tragen. Ja, ich habe noch nicht alles eingeleitet. Bei der Entladung geben wir uns natürlich schon viel Mühe. Nehmen da ganz viele Daten auf und werfen die auch sofort aus. Strom, Spannung und so weiter. Das ist schon essentiell heutzutage, dass man weiß, was man tut und das auch immer weiter optimiert und dann. Haben wir auch die Wärmebildkamera, die von oben auf die Batterie drauf guckt und eine Batterie die entladen, gerade tief entladend wird, die wird warm und eine Batteriezelle, die nicht entladet wird und tief entlade wird, wird nicht warm, weil die ja ausgestiegen ist. Das kann man sehen. Und dass mit das da einzelne Zellen raus sind und so, ja, Das ist vielleicht bei Produktionsausschuss mal der Fall. Und wenn man irgendwelche Fuse Vires hat oder so oder CIDs oder PTCs.
Luca Leicht: Kannst du all diese D-Buchstaben, Kauderwelsch, noch kurz erklären? Ja, lieber Friedrich. Ich wüsste das natürlich.
Christian Hanisch: Oh ja, ok. Batterie zählen. Tesla, die haben ja so kleine Schmelzkontakte, zumindest die älteren Modelle, die sind über kleine Käbechen angeschlossen und die sollen als Überladeschutz eventuell durchschmelzen. Die haben also eine externe Schmelzsicherung. Wenn die hin ist, dann kann man diese Zelle natürlich nicht mehr entladen. Das kann man allerdings dann schon sehen, weil es ja CAD-PTC schützt die Zelle vor Überwärmung, damit die nicht durchgehen. Wenn die Batteriezelle zu warm wird, dann lösen diese Sicherungselemente aus, teilweise reversibel, teilweise nicht reversibel und sollen eine weitere Überladung unterbinden. So, und wenn man Batterien und so... Falsch entlädt, mit zum Beispiel CNC, also viel zu schnell, dann können die Batterien natürlich sehr sehr heiß werden. Oder wenn man vielleicht irgendeine Brandbatterie hatte oder sowas, die schon was hinter sich hat, das merkt man dann aber. Also die Batterie sind dem Recyceln dann durchaus bekannt. Entweder haben sie diese Sicherungsmechanismen oder sie haben sie nicht und das weiß der Recycler, wenn es da zu Problemen kommen kann und größere Batteriezellen, wenn jetzt so eine riesige Pouchzelle oder eine riesig prismatische Zelle den Kontakt verlieren sollte, das wäre schon ein heftiges Ereignis, das sollte in der Batterie nicht vorkommen. Das wäre ein ganz, ganz großes Qualitätsproblem in der ... Im Assembly und hätte gutmaßlich sehr große Konsequenzen für den Hersteller, sodass ich mir das allerhöchstens als Produktionsausschuss vorstellen kann oder natürlich als Resultat eines Unfalls. Aber dann muss man natürlich die Batterien auch sehr genau betrachten. Also das ist jetzt.
Luca Leicht: Das sind ohnehin nicht mehr der Standardprozess, wahrscheinlich. Bitte?
Christian Hanisch: Genau, das ist richtig, das nicht der Standardprozess.
Luca Leicht: Weil es auch schon gesagt hat, mit dem Leaf-Batterie, I3-Baterie und sowas, ist das da ein Thema auch? Bevor man das dann schreddert, alles? Also wie wird da vorgegangen? Hat man dann viele verschiedene Batterien in den Recycling-Systemen? Oder gibt es dann da, wie bei den Produktionslinien auch, wie ist es dann eine Endproduktionsrecyclinglinie, die speziell sein muss?
Christian Hanisch: Also man hat überall sicherlich seine Rezepte und Einstellungen, seine Parameter-Setups in der Entladung ganz besonders. Wir sagen immer in der Entladeung muss man schon besonders aufpassen, weil die Batterie da relativ undefiniert reingeht mit verschiedenen Ladezuständen definitiv und dann halt eben auch noch reaktiv ist. Aber wenn sie da rauskommt und ihre 24 Stunden hinter sich hat und ordentlich... Durchgemessen ist am ende dann hat sie 0 volt und dann ist sie halt mechanisch unterschiedlich, auch in den Inhaltsstoffen sicherlich unterschiedlich im Recyclingprozess, aber wenn sie durch die Öffnung des Zerkleiners passt dann tatsächlich und wie gesagt vernünftig deaktiviert, vernünftig tief laden ist, dann verhalten sich die Lithium-ion Batterien ähnlich.
Patrick Lang: Was mich jetzt mal interessieren würde, ist so eine Basic-Frage eigentlich. In welchem Fall macht sich denn der Recycler abends eine Flasche Champagner auf, weil er sich denkt, dieses Rezyklar, das habe ich gesucht. Worauf hat man es denn am meisten abgesehen? Welche Wunschausbeute hat man denn aus so einem Batterie-Recycling-Prozess?
Christian Hanisch: Wunschausbeute. Naja, man möchte natürlich immer die höchste Ausbeute haben. Ob die Champagnerflasche bei der Ausbeuteknallt, das sollte nach dem Einfahrprozess der Anlage eigentlich vielleicht einmal knallen, aber danach sollte man es... Es geht eher vielleicht um die Inhaltsstoffe der Batterie, wenn wir ältere Batterien haben, dann haben wir viel Kobalt drin, das ist wahrscheinlich relativ kostbar und nickel. Gern genommen, ja. Genau. Und heute entwickelt sich da eher so ein LFP. Und, ja, da wird der Recycler. Sich vielleicht eher den Vertrag angucken, den er gemacht hat und gucken, wie habe ich die Batterie jetzt erstanden? Hat die vielleicht sogar eine Geldfee, einen Sorgsbeitrag mitgebracht oder habe ich da was für bezahlt und was ist am Ende rausgekommen und habe ich gerade einen guten Vertrag gemacht, um meine Blackmas loszuwerden, wenn es jetzt bei uns endet. Es wird ja hoffentlich demnächst in Europa auch Firmen geben, die die Blackmas weiter verarbeiten und veredeln können. Die können sich ja noch ganz andere Gedanken machen, aber es ist vielleicht ein... Immer das Ergebnis spielt sich zwischen Annahmepreis, ok, was habe ich in der Zwischenzeit gebraucht, ging das gut, habe ich nur die Arbeitsschritte machen müssen, die ich kalkuliert habe und für welchen Preis kann ich das Material dann verkaufen. Insofern, ja, natürlich möchte man da reine Black Mesa haben, die man gut verkaufen kann, aber ich bin mir relativ sicher, dass die meisten Recycler in Europa, die eben von der Entladung bis zur Black Mass, zum Rohstoffkonzentrat gehen, die Kriterien in den allermeisten Fällen erfüllen. Und dann haben sie mehrere Absetzmöglichkeiten und vielleicht knallt die Champagnerflasche dann auch erst einen Monat später, wenn das Material da angekommen ist, wo es verarbeitet und die Eingangskontrolle gesagt hat, ja, das war wieder hervorragend, dieses Material. Manchmal hat man die Idee, aber die Entabrechnung kommt erst nach einer gewissen Seeweiß. Verstehe.
Luca Leicht: Was ist denn in dieser Black Mask dann alles drin? Weil das ist ja am Ende diese geheimnisvolle, du hast ja auch schon angedeutet, man weiß vielleicht gar nicht so genau, was da analytisch drin ist und welche Materialien. Was ist da aber grundsätzlich drin? Ist da alles drin, also vom Batteriegehäuse bis zum Inhaltsstoffen, Kobalt, Lithium etc. Oder ist das schon das, was tatsächlich in der Zelle dann drin war?
Christian Hanisch: Ja genau, das ist in der Zelle drin. In der Zälle sind ja geschichtete Elektroden, Anoden und Kathoden. Dazwischen ist der Separator, der die elektrisch voneinander isoliert. Und die Elektrode besteht wiederum aus Stromsammlerfolien. Auf der Kathoden-Seite ist das eine Aluminiumfolie. Die Beschichtete ist mit einem Lithium-Metalloxid oder nicht im Eisenphosphat. Und auf der anderen Seite ist die Stromsammlerfolie eine Kupferfolie, die beschichtet ist mit Graphit im Wesentlichen. Und wenn ich die Elektronen jetzt so durch Walge mechanisch beanspruche, dass die Beschichtungen abplatzen, dann kann ich die hinten raus Sieben. Wir haben sogar noch einen kleinen Trick in unserem Prozess. Wir beanspruchen die Beschichtung gleich vor dem Sieben mit einem Digger-Agglomeration-Schritt, sodass wir die Beschichtungen ganz fein brechen. Und dann können wir mit einem feinen Sieb diese ehemaligen Beschichtung, die Black Mask, von diesen Folien und anderen Metallschnitzeln. Davor kommen noch mal ein paar grob Trennschritte, wie das Spreu vom Weizen trennen in einem Sichter sozusagen, wo im Luftstrom das Leichte weggeblasen wird und das Schwere fällt nach unten. Aber die Folien fallen dann alle aufs Sieb und werden von der hoffentlichen schon pulverförmigen Blackmass getrennt und dann hat man diese ehemaligen Beschichtungen, denen die elektrochemischen Reaktionen abliefen. Das ist die Black Mesa in Pulver Fondant.
Luca Leicht: Wie läuft das dann aber? Also was macht man mit dieser Black Mask? Dann kann man die direkt wieder weiterverwerten. Also keine Ahnung, löse Mittel wieder rein, neu auf die Folien schmieren und ab geht's nächste Runde.
Christian Hanisch: In den meisten Fällen von benutzten Batterien derzeit nicht, dann werden die in ihre chemischen Bausteine, gehen sie in die Metallurgie, zumeist Hydro-Metallurgie werden aufgelöst, also die Metalle werden in der Säure aufgelöscht, vielleicht Schäfelsäure, dann hat man die Ionen da drin und trennt. Kobalt, Nickel und Mangan aus einer Lösung ab, aus der man vorher das Grafit abgefiltert hat und das Lithium dann auch und dann baut man sich seine Aktivmaterialien wieder zusammen und kann die Materialien wieder benutzen. In einem Spezialfall, der durchaus attraktiv ist, den man hier auch in Europa ganz hervorragend durchführen kann, dem Direct Recycling, kann man aus Ausschussmaterialen genau das machen. Den Elektrodenausschuss mechanisch voneinander trennen, also die Stromsammlerfolien von der Beschichtung und die Beschichtungen dann wieder tatsächlich auflösen, zu einer Slurry bilden und dann auf eine neue Stromsammerfolie beschichten und dann hat man wieder seine Ausschussmaterialien gespart und wieder den Prozess eingeführt.
Luca Leicht: Ist das dann, aber die Geschichte mit, wir haben Produktions-, also tatsächlich in der Produktion fahren ja relativ viele, naja, viel Ausschussmaterial an am Ende. Hast du da zahlen, wie viel das sind in der Batterieproduktion aktuell, was da gängig ist? Mein Gefühl ist immer, das ist schon relativ umfänglich bei all der Effizienz, die man dem Elektroauto sonst so unterstellt.
Christian Hanisch: Ja, Zahlen habe ich, ob die der Realität entsprechen. Weiß ich natürlich nicht, weil ich selbst nicht in der Produktion unterwegs bin. Aber bei dem, was man so hört, wird es natürlich besser vom Produktionsanlauf bis in der Serienproduktion. Beim Produktions-Anlauf kann schon mal viel daneben gehen, wenn man neue Batterie-Maschinen anstellt, die man erst mal einstellen muss. Dann hat man aber anfangs vielleicht 100% Schrott. Arbeitet man sich runter, vielleicht durchschnittlich. Sagen wir mal, machen wir ganz große Spannweite auf, vielleicht 10 bis 20 Prozent Materialien, die über die ganz vielen Prozessschritte sind, ja ganz, ganz viele. Dann verloren gehen und dann auf verschiedenen Wertschöpfungsstufen aus dem Prozess ausscheiden und dann hoffentlich schnell wieder recycelt werden können.
Luca Leicht: So 20 Prozent, also einfach weil es sind ja wirklich Mikrometer, die da am Ende entscheiden an Dicke von der Masse, die auf die Folie aufgezogen wird. Und wenn das halt nicht passt, dann funktioniert halt die komplette Idee dieser Zettel nicht mehr, weil sie dann im Zweifel auch einfach nicht ganz stumpf ins Gehäuse passt oder sowas. Oder halt nicht so reagiert und arbeitet, wie sie es tun soll. Und deswegen ist es halt, und am Ende ist es ja ein mechanischer Prozess bei dem... Ein Trocknungsverfahren zum Beispiel halt eine Flüssigkeit aus einem Material rausgenommen wird und ja, deswegen muss das ja irgendwie auch so sein, dass da halt der Ausschuss da ist. Und diese 20 Prozent, die dann da wären aus so einer Produktion, die kann man gut wieder einarbeiten. Das heißt aber, wir müssten ja auch die Batterie sinnvollerweise, wenn du sagst, dass es einen Schritt immer in Europa machen kann, auch in Europa produziert oder die Zelle in Europa produziert haben, sonst passiert das ja alles in China und dann macht man das halt dort.
Christian Hanisch: Hoffentlich macht man das dann da auf jeden Fall, aber wir haben auch das Problem, wenn die Batterien nicht produziert werden, dann fällt ja dieser Ausschussbatterie nicht an. Derzeit ist es allerdings vielleicht noch so, wenn man es nicht macht, dann geht genau dieses Material auch dahin wieder zurück, wo die Primärmaterialien hergestellt werden und das dann auch nicht in Europa. Und so könnte man zumindest diese Materialien, die schon mal hier sind und die vielleicht gerade zwei Stunden alt sind, insofern auch noch in die aktuelle, in den meisten Fällen in die aktuellen Rezeptur passen sollten, auch gleich wieder in diese Rezepture reinpacken. Das, das müsste drin sein und wenn wir mal von diesen 20 Prozent ausgehen und wirklich grob über den Daumen peilen, dann können wir da tatsächliche Produktionskosten von sechs bis sieben Prozent heben. Das ist, glaube ich, gigantisch in der Batterieproduktion.
Luca Leicht: Das ist richtig, ja.
Christian Hanisch: Wenn man jetzt sagt, okay, Produktionskosten ist meistens Energie oder Chemikalien, dann passt das auch mit einem Carbon-Fluid-Print dann ungefähr so. Alleine durch das Ausschussrecycling, also durch das Recycling von den Materialien, die man mit relativ geringem Aufwand direkt wieder in die Batterie zurückpacken kann. Das heißt, wir haben da ein großes Potenzial. Was derzeit wahrscheinlich in den neuen Fabriken hier noch nicht hundertprozentig gehoben wird. Weil andere Probleme dringender sind, nämlich den Ausfluss zu vermeiden oder erst mal überhaupt die Maschinen anzustellen.
Luca Leicht: Wie siehst du das da? Ist das dann aber dadurch schon ein Thema, weil du gerade sagst, die Prioritäten liegen ja noch woanders. Also wie hoch ist denn die Anfrage und der Hochlauf an Recyclinganlagen gerade hier in Europa? Ich habe es ja eingangs gesagt, mit der Anmoderation, dass Europa da noch nicht ganz so riesig ist, vor allem, wenn man sich das noch viel, viel riesigere China gegenanstellt, äh, anschaut.
Christian Hanisch: Es ist schon so, dass einige, also in China werden ja auch viel mehr Batterien produziert. Insofern kann ich jetzt nicht hinterfragen, ob das stimmt, dieses 5 zu 2 Verhältnis. Wenn das Verhältnisses 5 zu zwei wäre, dann wäre das ja schon... Überproportional die Recyclingkapazitäten hier zu den produzierten Batterien einerseits in China und vielleicht auch sogar zu den Batterien, die im Markt sind. Und das wäre dann ja schon gar nicht so verkehrt. Den Prozessschritten, den wir abdecken, mit dem Entladen bis hin zur Black-Math, da sind wir derzeit wahrscheinlich gar nicht so schlecht aufgestellt in Europa an schon installierter Kapazität. Ich habe ja mal propagiert vor ein paar Jahren, Menschen müssen aufpassen, wenn die ganzen Batterien zurückkommen oder wenn nicht die Batterien wieder zurückkommen, die kommen natürlich auch irgendwann zurück und das ist jetzt auch teilweise schon der Fall natürlich. Wenn die Produktionsausschlüsse kommen aus den Vega-Factories. Denn Produktionsschlussschüsse, die sind ja sofort da, die sind ja im Lebenszyklus der Batterie fallen die ja bei minus eins an und nicht bei äh äh nach acht Jahren oder so im Schnitt. Und ähm insofern hätten die früher, man müsste die früher anfallen als überhaupt die Elektromobilität oder andere Stromspeicher nachfragen anfallen. Ist auf Der Fire sieht man in ... In Anlagen, die produzieren, dass das ganz relevanten Einfluss hat auf den Markt. Allerdings ist es ja auch tatsächlich so gekommen, dass nicht alle Gigafactories jetzt pünktlich am Start gegangen sind, so wie es ernannt war. Um das mal ganz vorsichtig auszudrücken. Das ist das, was ich.
Luca Leicht: Ich glaube, Vorsicht, da kann man es gar nicht ausdrücken. Ich glaube man könnte es noch mal im Klartext sagen, es ist quasi alle sind gecancelt worden oder gar nicht an den Start gegangen. Also es ist gruselig mitunter für die Ankündigungsthemen.
Christian Hanisch: Da lecken sich jetzt natürlich alle die Wunden und auch der Resiter, der jetzt investiert hat natürlich so ein bisschen. Daher ist nach einer großen Freude auf die ganzen Gigafactories erst mal so ein bisschen kleine Delle in der Investitionsbereitschaft gegeben und jetzt guckt man vielleicht eher auf den Markt der Elektroautos, Batterien, die zurückkommen und dann aber auch die Projekte, die noch laufen. Wenn jetzt bei uns um die Ecke in Salzgitter die Anlagen angestellt werden, dann hat das sicherlich eine immense Auswirkung auf den deutschen Markt. Jeder hat Ausschuss, auch der beste Prozessingenieur, der erfahrenste asiatische Batterieproduzent fährt die Anlage mit großem Ausschuss an, damit sie dann irgendwann wirklich richtig läuft und Wir sind ja bei Weitem und am Ende der Batterieentwicklung angekommen, das heißt, selbst wenn man eine laufende Batterieanlage hätte, dann würde man die Rezeptur ja immer ganz vorsichtig natürlich weiter optimieren, aber auch da wird es dann zu Ausschussmaterialien kommen. Es ist ja noch nicht zu Ende, wenn man die Batteriezelle gebaut hat, es folgen ja weitere Produktionsschritte bis das die Batterie Elektroauto ist oder wo sie auch immer hingeht und da passiert dann auch immer noch unerwartete Dinge, sodass es da auch zur Ausschussproduktion kommt. Also je mehr produziert wird, desto mehr Ausschussfutter hat die Recyclingwirtschaft auch um sich oft. Kommenden Rückläufer dann vorzubereiten, aber die kommen natürlich auch schon. Ich denke, da ist man an Recyclingkapazitäten derzeit relativ gut ausgestellt. Wir als Anlagenhersteller haben trotzdem jetzt nicht irgendwie eine Träne im Knopfloch oder würden Kopfhörer sein, stecken und sagen, wir können dir nichts verkaufen. Das sehen wir nicht. Insbesondere als junges Unternehmen muss man sich ja seine Projekte sowieso fast schon aussuchen, um sie noch abarbeiten zu können. Aber haben wir ganz tolle Projekte laufen und freuen uns, was die nächsten Jahre da noch weiteres bringen wird für uns. Und hoffen auch nicht nur für uns, sondern für die europäische Wirtschaft und die Wertschöpfung in dieser Region, dass die Batterieproduktion hier Fahrt aufnimmt.
Patrick Lang: Und wie groß ist das Stück vom Kuchen, das sich jetzt bildlich gesprochen Second-Life-Maßnahmen abschneidend, da schaut der Recycler dann ja in die Röhre, wenn es, ich weiß nicht, ich habe im Kopf, ich glaube Audi oder Porsche, die haben so Ladehubs aus gebrauchten Akkus gebaut als Pufferspeicher. Wie viel geht eigentlich da weg von dem, was sonst zu recyceln wäre? Kann man das beziffern?
Christian Hanisch: Aus diesen Projekten natürlich erst mal ziemlich wenig. Wenn man solche Projekte hört, dann kommt das ja eigentlich nicht in Betracht. Das sind ja meistens Demonstrationsprojekte. Und für diese Projekte werden halt auch nur Batterien benutzt, so man sich dann halt sicher ist, dass sie noch nicht gefährlich sind. Und die allermeisten Batterien landen bei dem Recycler, weil es eben diesen Entsorgungswillen gibt und die kommen dann für sowas aus irgendwelchen Gründen noch nicht in Betracht. Das können auch. Menschliche Standardisierungsgründe sein. Niemand will die Verantwortung übernehmen dafür, dass die Batterie noch gut ist.
Patrick Lang: Ja.
Christian Hanisch: Ich sehe da aber keine Konkurrenz mit dem Recycler, auch nicht mal zu unserem Geschäftsmodell, ehrlich gesagt. Denn irgendwie, man muss ja sagen, ist die Batterie noch gut oder schlecht? Und jetzt haben wir eine Anlage, die, wie gesagt, relativ hochfrequent abtastet, wie Strom und Spannung. Unsere Entladungen können sogar bidirektional laden und haben relativ viel selbstprogrammierte Software dabei, sodass wir theoretisch sogar ein Profil der Batterie abbilden können und den ersten Test durchlaufen lassen können. Die Anlage könnte entscheiden. Gut schlecht und dann auch mal die Entladung nicht durchführen für die gute Batterie. So ein Aschenputtel Ansatz. Es ist jetzt allerdings, ja genau, die Hardware ist da, Software machen wir selbst, das heißt das ginge. Es ist jetzt tatsächlich so, dass wir bis auf ein Beispiel, wo wir eine Kooperation anstreben, aber von unseren Kunden, wo die Anlagen im Markt haben und wir haben relativ viele Anlagen für die Entladung im Markt. Den Bedarf noch nicht hatten, weil da auch erstmal straight forward war, die Batterien sollen entsorgt werden und deaktiviert werden und so weiter und so fort. Macht das bitte sicher, das ist da unser großer Vorteil. Aber theoretisch und hoffentlich auch praktisch kann der Recycler das entscheiden. Da fehlt es uns vielleicht in der entsprechenden Hemdsämlichkeit, teilweise die Batterien noch weiter zu verwerten und es ist sicherlich noch für 1, 2, 3 Startups Platz, die das machen und gut auf die Beine stellen. Und das würde ja insgesamt Werte erhalten und das wäre nicht schlecht und da könnte der Recycler natürlich auch davon profitieren, der könnte ja theoretisch alle Batterien annehmen. Einmal testen und dann tatsächlich, wenn er die Verantwortung für diese Vorauswahl übernimmt, dann zum höheren Preis als die Blackness, vielleicht ist die Batterien sogar weitergegeben an denjenigen, der dann diese Systeme baut und dann hätten alle was davon. Wahrscheinlich nimmt er die Batterie dann von demjenigen, die es gibt, auch noch günstiger an, weil er weiß, er darf sich noch weiterverarbeiten. Vielleicht wäre das sogar eine Win-win-win Situation dann. Und für uns, wir würden diese Funktion in unsere Enddauer mit reinmachen. Also hätten wir sogar auch noch was davon, dass unsere Software besser wird und wir noch einen letzten Endes vielleicht auch als Supplier für diese Art der Wertschöpfung partizipieren können. Also nicht so schlimm. Würde sich nicht zwangsläufig kannibalisieren, wäre teilweise sinnvoll, aber... Deiner Frage, Luca, nochmal vorzugreifen, ist es immer sinnvoll? Ja, manchmal ist das sinnvoll, manchmal nicht. Wenn ich jetzt eine ganz alte Batterie habe, dann habe ich einen relativ hohen Kobaltanteil. Und mit dem gleichen Kobalt-Anteil von damals kann ich heute vielleicht keine Ahnung. Ne, w-w-w... Das ist mein 6. Oder 7. Ohren.
Luca Leicht: So, genau, mein Gedanke ist halt, wir hatten früher ganz, ganz vereinfacht gerechnet, diese 1-1-1 Batterien, wo Nickel, Kobalt und Mangan im 1 zu 1 Verhältnis auftauchten, und dann kamen irgendwann halt andere Chemien, die quasi auf Null Kobalt setzen, oder auf irgendwie die ganzen High-Nickel-Themen etc., wo dann halt wirklich Kobalt wenig wird, und irgendwann fällt sogar das Nickel raus, oder halt fast, Und dann brauch ich das nicht mehr, dann kann ich mit dem gleichen Material X mehr Batterien bauen. Und die nächste Frage, die sich für mich auftut, haben wir auch bald wieder im Gespräch hier, Thomas Speidel von ADS-Tech, die Ladestationen bauen mit so Batteriepuffer-Speichern. Und wenn du mit den Leuten redest, die dann diese Batterien einsetzen, dann sagen die halt, wir haben super spezifische Anforderungen an die Zellen und kaufen die so ein mit unserem, ja, mit unserem Specs eben, mit unserer Leistungsvorgabe, die wir haben wollen. Das kriegen wir so weder in der Stückzahl noch in der Qualität halt nicht aus dem Markt raus und schon gar nicht gebraucht. Weil halt niemand so richtig tief reingucken kann und genau weiß, was diese Batterie macht oder diese Zelle dann am Ende. Und deswegen ist es halt so superschwer damit wirklich was Sinnvolles zu tun. Außer wenn du Maker, DIY, Spezialist, Fan bist. Und sagen, ha ha, ich ziehe mir ein paar Cent oder ein paar Euro sogar oder ein paar tausend Euro und baue mir das in meinen Keller und drei Kreuze hoffentlich, Holz klopfen und so weiter, dass mir meine Bude halt nicht in die Luft fliegt dabei.
Christian Hanisch: Ja, da gibt es tolle Projekte auf jeden Fall.
Luca Leicht: Also lohnt sich auch YouTube hier an der Stelle. Klicken ist wunderbar. Ich schaue sowas gern.
Christian Hanisch: Ja, ja, definitiv. Okay, in der stationären Speicherung sind die Anforderungen, okay, du hast gesagt, sie sind super spezifisch. Man will ja auch als Anbieter für sowas etwas Zuverlässiges bauen und nicht alle zwei Monate raus, weil eine Batteriezelle ausgefallen ist und die austauschen. Das ist dann auch kein gutes Geschäftsmodell mehr. Und irgendwann ist es dann auch um die Batterie irgendwie geschehen. Vielleicht nicht das treffendste Beispiel, ich mache das öfter mal, der will sich jetzt einen zehn Jahre alten Computer kaufen und das ist nur ein elektrisches Bauteil und wir haben jetzt ein elektrochemisches, da ist ja noch viel mehr Magie drin, muss zwar auch nur Energie aufnehmen und abgeben, aber unterliegt auch Alterungsmechanismen, die ein bisschen komplexer sind als ein Computer, da letzten Endes nur die Software kaputt oder, naja, ist nicht mehr schnell genug oder hat seine ursprüngliche Leistung behalten, sagen wir so, das war das Gleichnis. Und die Batterien werden jetzt besser, aber ich habe da noch ein Produkt von vor 10 Jahren und dieses Produkt ist dann auch noch über die Zeit gealtert und schlechter geworden. Der Computer ist ja nicht zwangsläufig schlechter worden in der Zeit, der ist einfach nur stehengeblieben. Und die Battery wird aber nun wirklich signifikant schlechter. Wie schlecht? Das ist ein eigenes Forschungsthema, aber sie degradiert halt. Und Ja, in dem Spannungsfeld muss man sich aufhalten. Man kann sagen, okay, ich nehme einfach zwei Batterien mehr, wenn die mich wenig kosten. Es ist auch egal, den Platz habe ich, solange er mich nicht abfackelt. Und dann stelle ich sie dahin, aber es sind tatsächlich Rohstoffe drin verbuddelt, die einen Marktpreis haben und das ist dann auch wieder marktabhängig, wie hoch der dann gerade sein mag und die einen Nutzwert haben und ich kann einerseits, wie gesagt, neue Batterien daraus bauen, die vielleicht sogar mehr sind oder mehr Leistung haben und andererseits, ja, muss ich gucken, was bekomme ich für die Batterien, wenn ich sie recycle und Was gebe ich aus, wenn ich einen Neubauer mit... Technologie, wo teure Materialien substituiert sind. Genau. Und das ist jetzt eher so nicht so schwarz-weiß.
Luca Leicht: Wenn wir uns noch die wirtschaftliche Lage ansehen, du sagst, in Europa hat das schon ein Thema oder ist das ein Thema mit dem Thema Recycling und wir kriegen das hier hin? In welchen Bereichen ist das dann, dass du glaubst, dass das wirklich sinnvoll ist und woher kommt das überhaupt? Weil momentan kommt ja der überwiegende Teil aller Zellen aus Asien, aus China im Wesentlichen auch, die dann hier benutzt werden und irgendwann dann dem Recycling zugefügt werden. Ist das auch so ein, keine Ahnung, außenpolitisches Ding, dass wir sagen, wir müssen diese Materialien, die sich China ja mal gesichert hat, über irgendwelche oder chinesische Unternehmen. Dass wir die in Europa einen Zugriff drauf haben, oder welchen Stellenwert hat es in deinen Augen, dass wir das hier in Europa machen, außer dass es im Vergleich furchtbar teuer sein wird, als wenn wir das in Asien machen lassen.
Christian Hanisch: Dass es furchtbar teuer sein wird, das finde ich muss nicht sein. Was ist teuer da?
Luca Leicht: Okay, dann erklär das aber, wieso braucht man da nicht unfassbar viel Strom und Energie wieder, um das alles aufzudröseln, um euren Schredder anzuwerfen.
Christian Hanisch: Nee, da komme ich wieder mit dem Beispiel, wenn wir die Batterie entladen, deswegen kann das schon ein bisschen teuer sein, dann bringt die eigentlich so viele Strom, mit dass sie sich selbst schreddert, wenn sie noch 50 Prozent...
Patrick Lang: Der Gedanke gefällt mir gut.
Christian Hanisch: Insofern ist das jetzt nicht so wesentlich. Wir haben. Diese Aufkonzentration der Materialien, die passiert im Wesentlichen tatsächlich hier. Insbesondere das Entladen, es geht gar nicht, dass man Batterien geladen über den Ozean schifft. Das wäre viel zu gefährlich. Aber dann jede Menge unsortiertem Schrott durch die Gegend zu fahren, macht auch nicht so viel Sinn. Also es macht rein ökonomisch vielleicht gar nicht soviel Sinn, die Batterien. So durch die Gegend zu fahren, ohne sie eben schon mal vorsortiert zu haben, also vorsortierte inklusive Schreddern und so weiter in den verschiedenen Materialfunktionen. Das passiert auch hier, da bin ich davon überzeugt, dass es auch so bleibt. Nicht teuer ist. Man hat einen Demontageschritt dabei. Leider wird er vielleicht demnächst wegfallen wegen des Search Packs. Aber der, alleine der, der trägt sich ja schon von selbst, weil man wertvolle Materialfraktionen rausbekommt, Bauteile noch retten kann oder so, die noch nicht am Lebensende sind. Also, da behält man die Materialien mehr hier, hat mehr gewinnen und das Manuelle daraus. Großartig personalintensiv ist, die zu betreiben von einer guten Anlage auch nicht. Insofern dieses Entladen und Schreddern. Das Entladens ist noch das personalintensive, aber das wird auch nicht zu substituieren sein aufgrund von der immensen Risikominimierung, die mit dem Entladenein hergeht. Derzeit wird weiterhin das passieren, was derzeit schon passiert. Batterien werden hier entladen und bis zu physischen Materialfraktionen, also Blackmass und so weiter, aufsortiert. Blackmass, Kupfer, Granulat, Aluminium, Teile, ein paar Eisenteile und so weiter und dann noch elektronische Bauteile, die ins Elektro-Short Recycling gehen. Das kann man hier auch schon ganz hervorragend machen. Sind wir in Deutschland übrigens auch, glaube ich, echt gut aufgestellt. Mit der Recyclingwirtschaft, wie gesagt, deutsches Thema habt ihr ja gesagt. So, wo wir jetzt derzeit in Europa insgesamt noch nicht so gut aufgestellt sind, ist tatsächlich die chemilierte Industrie im Bereich Batterie. Und daher ist es tatsächlich derzeit auch so, dass eine Menge Materialien, halt eine ganz große Menge der Materialien nicht in Europa bleiben, sondern woanders aufgearbeitet werden. Das heißt, das, was wir derzeit machen, ist doch nur ein Teil der Wertschöpfung des Recyclings, der in Europa bleibt. Und da kümmern sich jetzt Unternehmen drum, dass es vielleicht auch der metallurgische Teil dann wieder hier Fuß fassen kann, denn er war schon mal hier.
Luca Leicht: Ich würde gerade sagen, es gibt ja diese Scheideanstalten, da gibt es ja wirklich große Unternehmen, die hier echt relevant waren, schon seit ewig und immer.
Christian Hanisch: Gut, jetzt haben wir diese Batterietechnologie insgesamt hergeschenkt oder da gemacht, wo es günstig war. Da sind wir jetzt auf allen Ecken und Enden dabei, das aufzuholen. Und es ist schon so, dass eine gewisse O-Stoff-Souveränität sicherlich anstrengungswert wäre. Man muss nicht alles selbst machen, aber wenn man irgendwo in eine Abhängigkeit gerät, dann muss man sich zumindest dessen bewusst sein. Man nachher nicht überrascht ist, wenn diese Abhängigkeit als Hebel in Verhandlungen ausgibt.
Patrick Lang: Das kennen wir.
Christian Hanisch: Da sind wir ja, da kennen wir die aus der Automobilindustrie die Beispiele, ich meine die ganze Elektromobilität ist ein Thema, was China strategisch angegangen ist und wir haben es mit einem Schlingerkurs auch versucht, aber sind bis jetzt nicht so erfolgreich wie China.
Patrick Lang: Da drin? Gut, du musst ja auch sehen, dass 80 Prozent der Akkuwertschöpfung in China liegen. Da tut es sich halt leichter damit. Ja, aber warum ist es denn so? Am Anfang hauptsächlich wegen der Rohstoffe. Aber warum haben die die Rohstoffen?
Christian Hanisch: Die sind denen ja nicht zugeflogen. Sie haben sie gefunden. Die haben die aber aktiv gefunden. Wir könnten auch Rohstoffe finden. Wir haben Lithium im Rheingraben, glaube ich.
Patrick Lang: Na ja!
Christian Hanisch: Wir leben hier auf einer Erdkruste und China hatte ja auch nicht nur in China gefunden, die Rohstoffe. Die haben die auf der ganzen Welt gefunden. Das ist wahr. Und wir haben auch Rohstoffen gefunden oder die sind halt da und ich sag mal plump, China baut in Afrika Straßen und bei uns regen sich die Leute über Fahrradwege in Peru auf. Genau, die Fahrrad-Wege in Peru. Das ist eine Stratik. Es sind schon strategische Entscheidungen, die da getroffen wurden und die ihre Relevanz nicht erst in Quartalsberichten entfalten oder nicht schon in Quartsberichten, sondern erst etwas später. Und man sieht, dass da in Entscheidungen durchgezogen wurden, die tatsächlich ganz große Revanz haben bei Magneten. Ist das auch schon mal gemacht worden vorher, jetzt bei den Rohstoffen und es gibt ja teilweise auch die Exportbands für bestimmte Batteriematerialien schon. Damit müssen wir leben und ob man alles selbst machen muss, weiß ich nicht. Es wäre wahrscheinlich jetzt in dieser Situation gerade jetzt nicht ganz falsch ist zu können und derzeit haben wir halt keine große Produktion von Batteriematerialien hier. Habt ihr übrigens auch in einem allerletzten Podcast diskutiert. Ist ja ein gern genommenes Thema, dass man hier, wenn man hier jetzt eine Gigafactory aufbaut und dann stellt irgendjemand die Supply Chain ein, dass keine Batteriematerialien mehr kommen und ich die wieder ausschalten kann, dann habe ich natürlich auch mit Zitronen gehandelt. On Das ist nicht nur die Materialien, die reinkommen, sondern wenn man hier keine Batterie... Batterien produziert, dann ist man auch nicht in der Lage, die Maschinen, die Batterien zu produzieren. Das ist auch nicht ganz unrelevant, wenn ich jetzt Batterien produzieren will und ich kriege aber nicht die besten Maschienen, weil die besten Maschien woandersbleiben, sondern ich krieg die 2-3 Jahre älteren Maschine, dann kann ich vielleicht gar nicht, habe ich vielleicht keine Chance, die besten Batterien in der Welt zu produzieren. Selbst wenn ich die besten Materialien hätte oder genug davon auch noch. So, und da sind wir zumindest im Recycling hier gar nicht so schlecht aufgestellt. Wir haben ein paar Unternehmen, die Recycling-Maschinen und Anlagen bauen und da sicherlich auch mitspielen können. Und das kann man positiv mitnehmen. Aufgrund von, ja, da ganz gutem Engagement sind wir jetzt in der Lage, in dieser Nische immerhin ein bisschen zu punkten.
Patrick Lang: Gutes Engagement von WM, von Unternehmern und Gründern wie dir oder auch von der Politik.
Christian Hanisch: Tatsächlich auch von der Politik, denn
Patrick Lang: Ah, wir wollen mal eine Lanze brechen für die Politiker, hallo.
Luca Leicht: Das wird vielleicht noch recht festhalten.
Christian Hanisch: Es läuft ja eigentlich alles falsch und in 2008, 2009 ist mal was ganz gut gelaufen auf jeden Fall. Da hat das Bundesumweltministerium damals unter Sigmar Gabriel Forschungsprojekte gestartet tatsächlich im Bereich Lithium-Ion-Batterie-Recycling, die haben gesagt, Mensch, liebe Forscher, macht uns doch mal einen Vorschlag, wie wir irgendwas mit Elektromobilität und was mit Rohstoffen im Umwelt machen können. Ich mag nicht spezifisch, dass es klingt. Ja, es gibt ja so Light-Linien und dann darf man sich darauf bewerben und mit dem Projekt darauf Bewerbeprojekte ausschreiben. Es ist tatsächlich ungefähr so, ihr packt das und das und dass da rein und rührt einmal um, was könnt ihr denn machen, damit wir hier auf den Themen vorankommen. Und da haben sich im Wesentlichen zwei Konsortien gefunden, einmal das Litorec und das Libri-Konsortium. Und Forschungsprojekte vorgeschlagen, die sind auch angenommen worden und gefördert worden und daraus sind dann die Technologien entstanden, die hier jetzt tatsächlich wahrscheinlich die meisten Batterien in Europa auch recyceln und dann Unternehmen wie unser Konkurrent Weit, hier, äh, ähm... Auf das Batterie-Recycling eingestiegen. Wir bauen ganz hervorragende Anlagen für das Batteri-Recycle. Wir bauen ganze hervorhebende Anlage für das Batterie Recycling, also letzten Endes auch über Umwege dann daraus hervorgegangen. Ja, und das ist echt ein ganzes Ökosystem erwachsen, sind auch ganz viele Profis, die jetzt in dem Umfeld arbeiten, das hier vorantreiben, haben in diesen Unternehmen dann gearbeitet und gelernt und in der Universität gearbeitet und gelernt. Das ist ganz hervorragend gelaufen, das ist in 2008 die Weichen gestellt worden und 2026. Ernten wir da immer noch und hoffentlich geht das auch noch weiter und wir wachsen und können diese Problematik dann weiter begleiten und entschärfen und zu einer Chance machen.
Luca Leicht: Das finde ich einen schönen Blick auf die Vergangenheit. Findest du auch noch einen zuversichtlich schönen Blick in die Zukunft? Also was würdest du dir wünschen, wie man das vielleicht noch weiter vorantreiben könnte? Gibt es noch mal so einen politischen Glücksgriff, den der ein oder andere Nachfolger von von Sigmar Gabor hier?
Patrick Lang: Was macht Sigma eigentlich heute?
Luca Leicht: Kannst du uns mal schreiben, bitte? Nein, also was man tun könnte, was in deinen Augen auch vielleicht in den nächsten 15 Jahren dann zu so einem Effekt führen kann, den du gerade beschrieben hast.
Patrick Lang: Das ist, was Bernd Stromberg sagen würde.
Christian Hanisch: Ja, erst mal besser machen. Ich habe aber auch gerade gar nicht geschimpft. Ja, muss ich sagen. Ich habe nicht auf die Politik geschimpf und weiß nicht, wie man es besser macht. Ich habe sie gelobt und gesagt Toll.
Luca Leicht: Deswegen, vielleicht gibt's da noch Wünsche, wo du sagst, das wär auch noch, das wäre jetzt cool, das war jetzt in deinen Augen angebracht.
Christian Hanisch: Naja, ein kleiner Kritikpunkt jetzt, da renne ich hier wahrscheinlich in der Runde offene Türen ein, ist die Technologieoffenheit, die gerne diskutiert wird, da bin ich nicht so ein Fan. Also der Sieger auf dem Feld der Elektromobilität derzeit, würde ich einfach mal behaupten, der strategische Sieger oder Führungspositionsinhaber. Und der Sieger der Batterietechnologie hat sich halt strategisch schon sehr deutlich positioniert und sich damit dieses Technologie-Fäller gesichert. Da ist es... Das fand ich schon mal klarer, dieses Bild, als jetzt wieder. Das muss ich kritisieren. Was könnte man machen? Wir haben jetzt lange nichts mehr genehmigen lassen, aber in einzelnen, wenn ich jetzt eine Rezyklenanlage aufmachen wollte, dann müsste ich wahrscheinlich je nach Region schon auch relativ viel erklären, was auch richtig ist. Mich erklären. Aber dann wäre nicht zwangsläufig klar, dass solche Themen auch zügig bearbeitet werden in der Beantragung. Und auch in einem eueren Podcast war das Thema, ich ziehe in China in einem Jahr eine Fabrik auf, die brauche ich hier, um die Genehmigung zu bekommen. Dann habe ich natürlich einen kleinen Wettbewerbsnachteil. Und wenn das dann tatsächlich nicht faktisch bedingt ist, ich mache also gar nichts falsch oder ich könnte etwas besser machen, aber es ist rein, es regnet rein im Prozess. Wobei ich jetzt gerade aktuell gar nichts zu beklagen habe. Ich habe das mal erlebt, dass der Prozess halt einfach langsam ging und man lag halt nicht immer ganz oben auf dem Staffel. Immer sehr stark proaktiv das Feedback einfordern müssen, dann kann so ein Prozess sich auch mal verschleppen, obwohl eigentlich gar nichts im Argen ist, nur weil viele Sachen noch nicht ganz optimal laufen, gibt ja immer dieses schöne Beispiel von den ganz vielen Papierortlern, die man durch die Gegend schicken muss.
Luca Leicht: Ja, um Windräder zu bauen, da gibt es dieses schöne Bild, bei dem es 40 Windrädern gibt. Ja, ich möchte nur an...
Patrick Lang: Ich möchte nur anmerken, in Zeiten von Sondervermögen und Bauturbo sind durchaus Landkreise und Kommunen um beschleunigte Verfahren bemüht.
Luca Leicht: An der Stelle, wir haben hier und um das zu das Closen, wir haben hier einen, was bist du, Landrat? Nein, Gemeinderat?
Patrick Lang: Nein, Landrat, genau.
Luca Leicht: Nein, ich bin im Kommunalpolitik.
Patrick Lang: Kommunalpolitisch aktiv. Also auf jeden Fall gehen jetzt gerade viele Dinge viel schneller als üblich. Das ist mir nur aufgefallen.
Christian Hanisch: Das ist treu. Da wird der lokale Gemeinderat sicherlich auch drauf hinwirken. Das müssten natürlich viele Lokalprojekte tun und tun es auch.
Patrick Lang: Die Anziehung von Gewerbesteuerbringern ist ja immer gern genommen.
Christian Hanisch: Ich weiß, dass wir in der Vergangenheit mal etwas beschleunigen konnten, indem wir einen weiteren Ordner ausgedruckt haben oder zwei weitere Ordner ausgedrückt haben, die 200, 300 Seiten hatten. Und dann ging es halt alles dann doch ein bisschen schneller. Wir hatten auch erst 20 Ordner vorhin ausgedruckt, nur damit es parallel zu bearbeiten war. Es gab auch eine digitale Version im Übrigen, aber die durfte nicht angefasst werden. Klar, warum auch nicht. Und dann hat es das Ganze beschleunigt, indem wir noch zwei Ordner ausgedruckt haben und es zum Amt gebracht haben, weil
Luca Leicht: dass zwei Leute parallel lesen konnten. Weil sonst hätte man ...
Christian Hanisch: In den Ortern kann man halt wirklich, in so einem ausgedruckten Ort, da kann man schlecht Parallel lesen, es ist das eine, man trifft sich. Und das war in dem Fall vielleicht ein bisschen erleuchtend, dass das der Fall zur Gorbeschleunigung war. Aber ansonsten, ja, makroskopisch, was kann man da machen? Bei uns ist Förderung mal gut gegangen, wie gesagt, 2009, diese Forschungsförderung. Das gibt es ja jetzt auch wieder Batterieforschung, gab ja auch einen kleinen Hänger hier in den letzten Jahren in der Batterieforschung, aber das sollte man durchaus weitermachen, denn es kann mal sein, dass tatsächlich was hängen bleibt und was Gutes dabei passiert. Und was immer aus solchen Forschungsprojekten resultiert, sind etwas schlauere Leute als vorher. Dümmer in seltsamsten Fällen, antwortlich.
Luca Leicht: Das ist doch ein schöner Abschluss.
Patrick Lang: Ein hervorragendes Schlusswort, genau.
Luca Leicht: Das uns dann auch zu unserem alten Schluss wiederführt, den wir jetzt auch wieder eingeführt haben hier im Podcast.
Patrick Lang: Ich hab gemerkt, du bist umgestiegen wieder.
Luca Leicht: Wir machen wieder AB-Fragen am Ende auf den vielfachen Wunsch und weil ich nicht mehr erklären wollte per E-Mail, warum wir das nicht mehr gemacht haben. Deswegen machen wir das gerne wieder für euch. Deswegen kriegst du zum Schluss, liebe Christian, die AB-fragen gestellt. Du musst vielleicht noch erklären vorher. Du darfst dich für das Für oder Wider entscheiden, wenn es eine interessante Begründung dazu gibt. Da darfst du gerne teilen. Bist du mehr der Typ Streaming, Dienst- oder CD- und Schallplatte? Ferrari oder Tesla? Ähm, Apple oder Google?
Christian Hanisch: Äh, beides? Da kann ich mich jetzt nicht entscheiden, ich benutze beide.
Luca Leicht: Ich würde gerade sagen, entweder...
Christian Hanisch: Also ich nutze auch beides.
Patrick Lang: In der Hand. Mein Telefon ist auch von Apple. Also, das ist Apple. Telefon, Telefon ist Apple, ja. Ich nutze auch beides, aber ich liebe nur eines.
Luca Leicht: Okay, ich lasse das jetzt ausnahmsweise so stehen. Er läuft in der Stadt oder altes Bauernhaus auf dem Land?
Christian Hanisch: Da haben wir es.
Luca Leicht: Auto oder Fahrrad?
Christian Hanisch: Leider mehr Auto, weil ich den Bauernhof auch gewählt habe.
Luca Leicht: Im Auto dann vorne oder hinten sitzen?
Christian Hanisch: Hinten sitzen meine drei Kinder.
Luca Leicht: Sagen denn deine drei Kinder, dass du ein guter Fahrer bist. Das dauert zu lang für jeden.
Christian Hanisch: Meine drei, meine drei Kinder sagen das, aber da sind sie relativ, äh... Alleine?
Luca Leicht: Frag andere in der Klinik. In Sachen Datenschutz und AGWs, bist du mehr der Typ Aluhut oder Accept All?
Christian Hanisch: In professionellem Umfeld Ado-Wut, privat, accept all. Ja, gut, bei Cookies guck ich es mir an, aber ich lese mir nicht alles durch. Aber wenn ich einen professionellen Vertrag lese, dann bin ich schon echt.
Luca Leicht: Ich glaube, das muss man auch sein oder sollte man in vielen Stellen auch sein, sonst kann es schief gehen.
Christian Hanisch: Wir sind ja auch ein bisschen, ein bisschen automobil zu lieferer.
Luca Leicht: Die sind auch, glaube ich, ganz gut darin, viele Orte zu verschicken, wenn es darum geht.
Christian Hanisch: Ja, oder verweise auf etwas, was irgendwo liegt. Das ist immer ein ganz beliebtes Thema. Hallo, wenn ihr es hört.
Patrick Lang: Hahaha
Christian Hanisch: Da sind wir öfter diskutieren über AGBs.
Luca Leicht: Dein Wunsch Adrenalinpegel, bist du mehr Motorradfahrer oder würdest du lieber Fliegenfischen gehen? Fliegen fischen. Star Wars oder Star Trek?
Christian Hanisch: Us dot trick.
Luca Leicht: Ähm, Kaffee oder Tee?
Christian Hanisch: Kaffee aus der schönen Lucaneri-Tasse.
Luca Leicht: Hahaha. Okay. Steak oder Falafel?
Christian Hanisch: Und ich habe auch einen Kaffee-Restaurant gegenüber. Meistens Steak.
Luca Leicht: Okay. Und Nachteule oder Lärche? Nachteule, ganz klar. Okay, kommt doch der Gründer raus, oder? Ja, ja.
Christian Hanisch: Red Bull und Pizzaschachteln, wie ich jetzt sage. Oder mein Nachbar sagt auch abends, wird er faule fleißig.
Luca Leicht: Okay, ja, das ist auch ein Punkt. Christian, das war's auch schon, wir sind am Ende. Vielen Dank dir für den Einblick und vor allem die Erklärungen, die ausführlich für das ganze Geschehen rund ums Recycling, worauf es ankommt, was passiert, wie es funktioniert und was ihr dabei so tut. Und ich hoffe, ihr habt mindestens genauso viel gelernt wie wir zwei hier. Ich glaube, Patrick hat auch diverse Dinge mitnehmen können. Falls ihr noch weiter Fragen habt, schreibt uns gerne entweder in die Kommentare bei YouTube, bei Spotify, bei iTunes oder auch gern per Mail an podcastatmove-magazin.de und ansonsten teilen, liken, abonnieren, ihr wisst, wie es funktioniert. Genau. Ja. Sagt Tschüss, vielen Dank und bis zum nächsten Mal.